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Sonntag: Die Lese “Wiedergänger” im Capitol

ivalo als Wiedergänger

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

wenn meine Großmutter uns Kinder durch die Felder spazieren sah, warnte sie uns mit steter Regelmäßigkeit vor der Kornmume. Eine alte Frau stellte ich mir dann vor, die Acht gab auf den Weizen, die Gerste den Roggen, was eben so wuchs hinter dem Haus im Dorf am Ende der Straße. Das Gesicht für die Kornmume lieh ich mir bei unserer Nachbarin. Die hatte noch Reisig auf dem Rücken aus dem Wald geschleppt für den kleinen Ofen in der Küche und gleich neben ihrem Wohnzimmer lebten Kücken unter Rotlichtlampen. Das Kleid der Kornmume nahm ich aus Illustrationen der Märchenbücher – die waren in altdeutscher Schrift gedruckt und zerfleddert, wie so manches Gemüt, das – wie das Märchenbuch – die große Wanderschaft vom Stettiner Haff in die Mecklenburger Ackerlandschaft überstanden hatte. “Die hat das zweite Gesicht”, sagte meine Großmutter über die Kornmume, ob sie die Alte je “Wiedergänger” genannt hat, weiß ich nicht mehr. Spielt eigentlich auch keine Rolle, denn die Lese am kommenden Sonntag ist weniger von der Geschichte der Kornmume, als vielmehr von schlecht geschminkten Zombies und Raumschiffen an Angelsehne inspiriert. Von improvisiertem Grauen, könnte man sagen, wenn man noch etwas sagen wollte dazu.

Das war nun schon wieder viel Text, bevor wir endlich einmal zum Punkt kommen. Ich verstehe, Sie wollen Fakten.

Schmalz und Marmelade – Wiedergänger
Die Lese im Kino Capitol

Sonntag, 11. April, 12 Uhr – Eintritt frei

Gast: Martin Sancassani
Musik: Carsten Stotco und das Peter-Olejko-Trio

Martin Sancassani ist einer der Menschen, die man, hat man sie einmal getroffen, nicht mehr vergisst. Martin kann Geschichten erzählen, ganz eigenwillig und konsequent an jedem Zeitgeist vorbei, Martin Sancassani kann Gitarren bauen aus Zigarrenkisten und darauf spielen – die größten Songs der Weltmusikgeschichte in Versionen, die immer etwas nach den frühen Velvet Underground klingen. Und Martin schmeißt die Haartolle immer so toll zur Seite. Auch das ist sehr, sehr einprägsam. Und nicht zuletzt hat Martin in den ach so kalten 80ern Musik gemacht – ziemlich erfolgreich. In einer Aufzeichnung der Musiksendung “Formel 1″ hab ich ihn neulich gesehen und war so irritiert wie angetan.

Etwas zu Carsten Stotco zu schreiben, ist in diesem Kontext ja schon fast unnötig. In unserer Radio-Show Hundamat war er der Musikredakteur, auf unserer CD hat er markante Spuren hinterlassen und wer ihn einmal mit seinem Damien-Rice-Programm gehört hat, ist nicht nur den Songs, sondern auch Carsten und seiner musikalischen Partnerin Elisa Hartwig verfallen. Diesmal hat er sich das Peter-Olejko-Trio an die Seite geholt – als Schweriner ist einem der Name Olejko sicher schon untergekommen – und sicher, sicher, sicher im Zusammenhang mit fein gespielter Musik. Carsten und das Trio haben beschlossen, uns zu überraschen und damit auch Sie – seien wir also zusammen gespannt auf das, was da wird.

Wir setzen mit dieser Lese – Sie haben es bemerkt – die Partnerschaft mit dem Schweriner Kino Capitol fort. Zum dritten mal sind wir zu Gast in einem Kino, das wir alle sehr schätzen, ob seiner kleinen, feinen Aktionen wie zum Beispiel dem “Kino für Fortgeschrittene”, aber vor allem wohl, weil es ein Kino ist, wie ein Kino sein soll: Mit einem großen Saal, der Geschichte hat und Leuten, denen diese Geschichte nicht egal ist. Trotz Dolby-Faxen und HD-Hightech-Schnickschnack.

Vielleicht haben Sie den Herrn ivalo, der da oben so böse vom Foto grient, ja auch schon auf unserem Plakat entdeckt. Das Foto stammt wie stets aus den Händen und der Kamera von Ulli Wille – das Plakat gestaltet hat das Büro für visuelle Gestaltung Maik Gleitsmann. Den Herrn ivalo derart übel zugerichtet hat mit kunstvollem Pinselstrich die Maskenbildnerin Soraya Stabenow.

So, ich denke damit hätten wir alles beieinander – nur Sie fehlen noch. Sie werden es gemütlich haben im Capitol, Sie werden umsorgt und bespaßt, insofern gibts eigentlich keinen Grund, den Sonntagmittag anderweitig zu verplanen. Ein Tipp noch: Frühstücken Sie doch einfach spät, dann schmeckt nach 14 Uhr das späte Mittag nebenan im Zeppelin nochmal so gut – wir werden dort in jedem Fall den Nachmittag in freundlicher Runde einläuten.

“Bis Sonntag also!”, rufen wir Ihnen zu und wenn Sie durch die Saat auf den Feldern stapfen, denken Sie an meine Großmutter – sie war eine weise Frau, an der Geschichte von der Kornmume muss also etwas dran sein.

i.A. thom*

PS: Schmalz und Marmelade wird Ihnen präsentiert vom Alten Friedhof Schwerin – dem Ort für chefmäßiges Rumliegen unter spitzenmäßigen Bäumen.
PSPS: Sie haben diese Mail bekommen, weil es irgendwann einmal so sein sollte. Sollte es nicht mehr so sein, sagen Sie kurz Bescheid.
PSPSPS: Am 30. April eröffnen wir das Filmfest, am 1. Mai sind wir im Landestheater Parchim. Jucheh!
PSPSPSPS: Schmalz und Marmelade distanziert sich von Gerüchten, eine Schweriner Lesebühne wolle die Weltherrschaft an sich reißen.

Sonntag, 14. Februar: Schmalz und Marmelade startet “Radio Hundamat”

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

nachdem sich die Schweriner Lesebühne Schmalz und Marmelade nun lange acht Wochen unter dem Tiefschnee versteckt hielt, rattert und klappert sie nun wieder, die große Lesebühnenuntermaschinerie. Und Sie, liebe Freunde, Kollegen, Mitstreiter und Teilzeittextgenießer sind herzlich eingeladen dabei zu sein:

Schmalz und Marmelade – die Frühlese für Spätaufsteher
Sonntag, 14. Februar – Freischütz am Ziegenmarkt

Thema: RadioGaGa
Gast: Siv Stippekohl
Spezialgast: Frau jules
Musikalische Leitung: Carsten Stotco

Dass wir ein gewisses Sendungsbewusstsein mitbringen, das haben Sie sicher in den vergangenen Jahren bemerkt. Sonst hätten Sie ja von uns nie gehört, im stillen Kämmerlein hätten wir gesessen und keinen Buchstaben hätten wir in die Welt geschickt. Nun aber soll Butter bei die Fische kommen und das Wort “Sendungsbewusstsein” soll neu definiert sein. Das Orchester bitte!

Begrüßen Sie mit uns den neuen Stern am Rundfunkhimmel: Tusch!

Radio Hundamat geht auf Sendung. Radio Hundamat, Ihr Lokalradio vom Ziegenmarkt – live und ungeschnitten, mit dem Neuesten aus der Region, dem Wichtigsten aus der Welt. Mit allen Blitzern, allen Staus, mit allen wichtigen Leuten vor und hinter den Mikrofonen, mit Tipps, Tricks und allen nur denkbaren Lebens- und Überlebenshilfen. Und natürlich: mit allen Hits der 10er, 20er, 30er, 40er, 50er, 60er, 70er, 80er, 90er, 00er Jahre und allen Songs, die übermorgen Evergreens sein werden. Schalten Sie ein: Radio Hundamat, Ihr Lokalradio vom Ziegenmarkt. Am 14. Februar, 12 Uhr, live aus dem Freischütz am Ziegenmarkt. Stay tuned!

Zu unserem Gast: Siv Stippekohl ist Redakteurin bei NDR1 Radio MV – bei Schmalz und Marmelade ist sie zu Gast mit ihrem Buch “Grenzenlos im Norden – Menschen und der Mauerfall”. Darin versammelt sind die kleinen, die persönlichen und oft nahezu unglaublichen Geschichten rund um die politische Wende 1989. Siv Stippekohl hat aus unzähligen Interviews mit Zeitzeugen die bemerkenswertesten Begebenheiten herausgesucht und zu Geschichten geformt, sprachlich wie dramaturgisch fein und sorgsam bearbeitet. In der Schmalz-und-Marmelade-Produktion “Radio Hundamat” wird sie einige dieser Geschichten in der Sendung “Das gute Buch” vorstellen.

Besonders freuen wir uns aber auch darüber, dass Frau jules ihr Schweizer Exil für ein paar Wochen verlassen hat, um mit uns auf die Bühne zu gehen. Jippie!

Die musikalische Leitung bei Radio Hundamat hat Carsten Stotco übernommen. Er hat die komplexen Testfelder professioneller Radiogestaltung nicht gescheut und wird über ihren Köpfen ein Füllhorn musikalischer Hochgenüsse ausschütten.

Wer nicht kommt ist nicht da und macht uns traurig. Dann dauert der Winter noch bis in den April.

Mit hochfrequenten Grüßen,

i.A. thom* – Chefredakteur der Kulturredaktion bei Schmalz und Marmelade, Abteilung “Das gute Buch”

PS: Wer die CD “Ihr Klatschen auf CD” kennt, weiß, wo der Name “Hundamat” herkommt.
PSPS: Wer die CD “Ihr Klatschen auf CD” nicht kennt, kann sie hier auf der Seite bestellen.
PSPSPSPS: Schmalz und Marmelade wird ohne Zugabe von Nanopartikeln hergestellt.

Sonntag: Schmalz und Marmelade feiert den 3. Advent

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

zuerst die Fakten – damit ja nichts durcheinander geht:

Schmalz und Marmelade, die Schweriner Lesebühne, feiert Advent

Wann: Sonntag, 13. Dezember, 12 Uhr
Wo: Zum Freischütz – Ziegenmarkt – Schwerin
Thema: Advent, Advent
Gäste: Spieler der Theatergruppe am Goethe-Gymnasium

Nun aber fix die Schleifchen ums Faktenpaket geschnürt:

Als sei sie nicht wunderlich genug – diese Weihnachtsmaschine mit ihren Spekulatiusrädchen, ihren Schokoladenhebelchen und Mandelnieten, die da Stimmung produziert weil sie in die Maschinenhallenwelt Last Christmas sumselt und Lebkuchenmänner stampft und Zimt in die Luft schleudert, Zimt, der sich nach den Rezepten zweifelhafter Sterneköche sogar in Bratensoße wiederfindet – als sei diese Weihnachtsmaschine selbst nicht genug an Skurrilität, setzen sich nun auch noch drei Alltagspoeten, drei Halbtagslyriker, drei Butzenscheibenschreiber ans Steuerpult.

Zur Adventslese im Schweriner Lokal zum Freischütz treiben sich Gäste und Protagonisten der Lesebühne Schmalz und Marmelade gegenseitig durch Weihnachtsfrust und Festtagszauber und lassen dabei ihrer eigenen Unentschiedenheit freien Lauf. Ganz in der Vermutung, nicht allein zu sein in dieser Vorweihnachtszerrissenheit.

Und weil Weihnachten ja eines der wenigen Familienfeste ist, bei denen sich auch der halbwüchsigste Nachkomme nicht erdreisten kann, fern zu bleiben, oder nach zwei Höflichkeitssätzen das Geschehen in Richtung Bushaltestelle zu verlassen, verstärkt diesmal die geballte Kreativität junger Menschen die Adventslese:

Taggs – das ist die Theatergruppe am Goethe-Gymnasium in Schwerin, ihr ist die Schmalz-und-Marmelade-Mitgründerin Frau jules einst entstiegen, Taggs jedenfalls wird an diesem Sonntag, dem 13. die Lese nicht nur eröffnen, die jungen Spielerinnen und Spieler werden auch mittendrin Märchen erzählen, wie sie bisher noch auf keiner Bühne gesehen wurden. Das wird absurd und schräg und respektlos und – bitte Sitzkissen mitbringen – etwas enger als sonst. Aber gemeinsam werden wir die Sache schon schaukeln und einen Advent herbeilesen, dass die Weihnachtsmarktveranstalter neidisch würden, wüssten sie davon.

Wir freuen uns auf Taggs, auf den Freischütz, auf den Advent und die Geschenke und auf Sie und eine kleine Ankündigung wo immer es passt, geblogt, gedruckt, durch den Äther gejagt, auf Flyern verteilt und schlicht Mund-zu-Mund erzählt und sagen Hohoho,

i.A. Herr thom*

PS: Wieder einmal mussten wir den Newsletterversendungsroboter bemühen. Wir hoffen, er zickt nicht.

PSPS: Bis hier gelesen zu haben befreit nicht von der Verpflichtung zu erscheinen.

PSPSPS: Sollten Sie gerne kommen wollen, aber nicht können können, können Sie erst wieder im Februar Schmalz und Marmelade mampfen.

Twitter: www.twitter.com/schmaluma
SuM-Bilderdienst – mit Dank an Uli Wille

Zum Freischütz: www.zum-freischuetz.de
Theatergruppe Taggs: www.taggs-schwerin.de


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