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Donnerstag: Mein Block – die Lesung

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

sicher haben Sie schon von “Mein Block” in Schwerin gehört – junge Kunst tritt da zum dritten Mal bereits ins Licht der Öffentlichkeit, in einem eigenen Haus, dessen Inneres nun vor der Kreativität der Akteure nur so strotzt. Auch Texte haben sich schon im Blockhaus verbreitet – an den Wänden sind sie zu lesen, als Spuren der Arbeit bisher.

Nun soll im Rahmen der Blockschau das gelesene Wort dazu kommen.

Am kommenden Donnerstag, dem 1. Juli, um 19 Uhr, bekommen die jungen Texter ihre Bühne und ein hoffentlich geneigtes Publikum. Für die meisten ist es das erste Mal, dass ihre Geschichten so aus den heimischen Schubladen auf eine Bühne purzeln. Und sie alle, wir alle, würden uns sehr freuen, wenn Sie dabei wären. Geboten werden – eine Stunde junge Lyrik, dazu etwas Prosa, absurd oder konkret, in jedem Falle aber die in Text gegossene Sicht junger Menschen auf ihre Welt.

Entstanden sind die Texte in den Dichterkammern der Stadt – in einem Workshop, der seit April die an Text interessierten Woche für Woche zusammen führt, haben sie miteinander gefeilt an den Worten und gerungen um Formulierungen und Themen und das Beste aus dieser Zeit bekommen Sie nun am Donnerstag um die Ohren gelesen.

Für Ihren Veranstaltungskalender nochmal die Kurzform:

Was: Mein Block – die Lesung
Wann: Donnerstag, 1. Juli, 19 Uhr
Wo: Blockhaus – Franz-Mehring-Straße – gegenüber der Paulskirche
Hä? http://tinyurl.com/blockhaus-wo

Häää? Einfach mal gucken. Hier.

Hintergrund:
Die BLOCKschau läuft bis zum 29. Juli 2010. In dieser Zeit erwartet Sie jeden Donnerstag von 19 bis 22 Uhr BLOCKstoff mit Theater, Musik und Lesungen. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag können Sie sich die Ausstellung von 13 bis 18 Uhr ansehen. Für diese Tage gilt: Eintritt nach eigenem Ermessen. Statt eines festgelegten Eintrittspreises freut sich das BLOCK-Team über eine kleine Spende nach dem Motto “Jeder so viel, wie er kann”.
Wer sich für Führungen durch das BLOCKhaus außerhalb der Öffnungszeiten anmelden will, tut dies einfach per E-Mail an info@meinblock-schwerin.de.

Liebe Grüße,

Herr thom*

Schmalz und Marmelade – Raten: Die Fotos

Quizmaster Andy Mol

Und hier die ganze Serie – wie immer fotografiert und bereit gestellt von Ulli Wille.

Raten: Herr thom* las

Vergeigt

Herr Hanke legt auf

Fragen Sie mich doch nicht

Den ganzen Beitrag lesen…

Sonntag – Schmalz und Marmelade zum Thema: Raten!

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

schreiten wir zur 50-Euro-Frage: Ist Schmalz und Marmelade – a) eine Lesebühne b) ein Handarbeitszirkel c) eine Selbsthilfegruppe oder d) eine neue Bezeichnung für die Infoschalter der Deutschen Bahn?

Richtig!

Und nun die 100-Euro-Frage: Ist am kommenden Sonntag bei Schmalz und Marmelade zu Gast – a) Katja Ebstein b) Horst Köhler c) Nike van Eppstein oder d) ein Sparpaket?

Jepp. Stimmt auch! Und alles ohne Joker!

Und nun schalten wir rüber in die Werbung – danach sehen Sie die Dokumentation “Buckelwale – behindert in den Weltmeeren” und wir sehen uns wieder, wenn Sie mögen, am kommenden Sonntag, 12 Uhr im Freischütz in Schwerin. Gast der Lesebühne Schmalz und Marmelade ist dann Nike van Eppstein.

[hier bitte selbstständig einen Werbeblock vorstellen - am Ende geht der Fernseher aus]

Liebe Mitleser, liebe Zufallsbekanntschaften, liebe Freunde, liebes Volk!

Raten ist, Raten sind: beliebt. Selbst mein Großvater hat immer gesagt, spare in der Not, dann kannste, wennde musst, auch die Raten bezahlen. Nützlich insbesondere in ärmlichen Wohnvierteln sind auch Ratenköder, Ratatouille ist mancherorts sogar ein Gericht. Und vor Gericht und auf hoher See, das wissen Sie – sind wir in Gottes Hand. Gott würfelt nicht, hat ein schlauer Mann einmal gesagt und auch wenn es niemand aufgeschrieben hat, so ist es doch die Wahrheit: derselbe Mann ergänzte Sekunden später seinen Ausspruch um die kurze Erkenntnis – Gott rät. Er rät zum Beispiel die Eltern zu ehren oder nicht zu stehlen. Insofern sind Ratesendungen, auch wenn sie in dieser Kausalität religiös motiviert wirken, doch in Wahrheit gotteslästerliche Zivilisationsunfälle, stehlen sie doch, nämlich den Menschen die Zeit. Und genau das hat mein Großvater schon meiner Mutter vorgeworfen – wenn sie mit dem Schulheft nach Hause kam, das Ergebnis einer Klassenarbeit ankündigend und dann auf die Frage, was denn herausgekommen sei, geheimnisvoll sagte: Rate mal. Wollte mein Großvater aber nicht, der wollte auf den Acker mit dem blauen Kugeltrabant und so hat er sich abgewendet und auf Gott verwiesen – du sollst nicht stehlen. Erst recht nicht die Zeit Deiner Eltern, die Du doch ehren sollst.

Doch zurück zur Lesebühne: Immer wieder gibt es, immer wieder gab es bei uns Texte, die Sie geradezu zum Raten herausgefordert haben. Texte, die kryptisch und unverständlich blieben, so dass Sie am Ende – oder in der Pause schon – rätselten: Was will uns der Schreiber damit sagen. Nicht immer weiß es der Schreiber, diesmal aber ist Raten Programm. Und damit Sie sich nun nicht weiter fragen müssen, wer denn diese ominöse Nike van Eppstein ist, sagen wirs Ihnen einfach:

Nike van Eppstein singt, liest und ist ganz und gar bezaubernd dabei. Ihr musikalischer Weg schrappte kurz an Buxtehudes Kyrie eléison vorbei, touchierte die Beatles um dann zu einer Stichstraße eigener Lieder zu werden. Und weil Lieder mit korrekt gearbeiteten Texten einfach besser klingen, hat sich Frau van Eppstein an ihre Kindheit erinnernd ein großes Vorbild für Rhythmus und Versmaß gesucht – das Kleinod ”Fuchs und Igel” von Wilhelm Busch. Indes treibt sie die Ungeduld der inneren Jugend – wohl nie werden wir deshalb einen Roman aus ihren Fingern aufs Nachttischchen legen können – dafür Kurzgeschichten, was ja in diesem Fall ganz hervorragend zu Schmalz und Marmelade passt, schließlich haben Sie – das geneigte Publikum ja nicht ewig Zeit.

Nach einem Rücktritt vor dreizehn Jahren – begründet hatte Nike van Eppstein den übrigens mit den Worten, sie vermisse den Respekt vor ihrem Amt, ein Spruch, den unlängst ein Politiker ohne mit der Wimper zu zucken abkupferte – ist Nike van Eppstein nun zurück auf den deutschen Bühnen. Premiere feiert sie dabei im Schweriner Freischütz bei der Lesebühne Schmalz und Marmelade.

Die Fakten:

Was: Schmalz und Marmelade – die Schweriner Lesebühne
Wann: Sonntag, 13. Juni 2010 – 11.30 Uhr Frühstück mit Schmalz und Marmelade – 12 Uhr Lesung 
Wo: Zum Freischütz am Ziegenmarkt
Thema: Raten
Gast: Nike van Eppstein

Damit dürfte Sie im Bilde sein, wir fallen für Sie aus dem Rahmen – aber am Sonntag erst, bis dahin verbleiben wir Ihre überaus mitfühlenden Kasperköppe von der Lesebühne Schmalz und Marmelade.

i.A. thom*

PS: Schmalz und Marmelade wird Ihnen präsentiert von Horsts Rücktrittsbremse und dem Festkommitee “Wir können auch ohne Geld glücklich sein” der Landeshauptstadt Schwerin
PSPS: Wenn Sie nicht kommen sind Sie nicht da. Und das wollen wir doch nicht, oder?
PSPSPS: Taggs – die Theatergruppe am Goethe-Gymnasium – ist toll. Sie haben am Freitag, Sonnabend und Sonntag noch die Chance, die fantastische Inszenierung “Unser Haus” zu sehen. www.taggs-schwerin.de

TaGGS – die neue Inszenierung

Die Theatergruppe am Goethe-Gymnasium Schwerin (TaGGS) hat für ihre neue Inszenierung ein Werbevideo gedreht. Mit Musik von Carsten Stotco und im bewährten Team mit dem Ideengeber, Kameramann und Cutter Benno Jonitz.

Angucken: “werkstatt der künste” zum filmkunstfest

Wir kommen ja geradewegs von der Bühne im Schleswig-Holstein-Haus und haben da ein sehr freundliches Publikum vor der Nase gehabt. Das Programm war für uns ein kleines Experiment – wir haben geschaut, was an deutschen Befindlichkeiten wir in unseren Texten finden und da hab ich, also der Herr thom*, vor allem ein paar Klassiker des ersten Jahres Lesebühne gefunden, ähnlich gings dem Herrn ivalo und Andersen Storm hat mit ganz neuen Liedern dagegen gehalten.

Das mit den deutschen Befindlichkeiten kommt daher, dass im 20. Jahr der Einheit Deutschland selbst das Gastland des 20. filmkunstfestes ist, zu dem wiederum die “werkstatt der künste” traditionell gehört.

Und genau die sollten Sie in den kommenden Tagen genau verfolgen. Die Ausstellung im Holstein-Haus, natürlich, aber auch die vielen großartigen Veranstaltungen drumrum.

Danke Bönen, danke Köln

Der Zechenturm in Bönen

Im Zechenturm in Bönen

Knapp 50 Leute, ein toller Gast mit uns der Bühne, eine ganz liebevoll arrangierte Bühne in diesem Industriedenkmal – ein wunderbarer Abend. Danke dafür.

Plakat in Köln

Ein kleines Bistro in der Südstadt – so ein bisschen der Friedrichshain von Köln, 20 Gäste – alles bekannte Gesichter, viel Applaus, viel Lob. Köln rockt, wenn auch, was die Zahlen betrifft, verhalten. Ebenfalls ein überaus feiner Auftritt. Dank der Ohrstöpsel hat ivalo sogar die Nacht überstanden.

Auftritt

Mehr Auftritt

Stargast Fikki

23./24. April: Wir lesen in Bönen und Köln

Vorab die harten Fakten:

Freitag, 23. April, 19.30 Uhr
Förderturm Bönen
Google-Maps-Link
iCal-Datei

Sonnabend, 24. April, 19 Uhr
Bistro im Tagungs- und Gästehaus St. Georg, Rolandstraße 61
Google-Maps-Link
iCal-Datei

Pressetext

Schweriner Lesebühne am 23. April zu Gast in Bönen / Schweriner Lesebühne am 24. April zu Gast in Köln
„Literatur, Lieder, Faxen und Kram“

Was haben ein herzloser Kapitän der Weißen Flotte, ein Dauerstudent mit Bausparvertrag und ein im Kreisverkehr des Dörfchens Tretmühl gefangenes Filmteam gemeinsam? Sie alle werden auf der Lesebühne “Schmalz und Marmelade” lebendig. Sie winden sich aus Textblättern auf denen sie erdacht wurden, um einem Publikum, das Literatur mit Augenzwinkern schätzt, zu gefallen.

Schmalz und Marmelade – das ist seit mehr als drei Jahren die Schweriner Lesebühne.  Andersen Storm, Herr ivalo und Herr thom* lesen sich dort um Kopf und Kragen – ihre Texte sind für die Bühne gemacht, sie leben von der Überraschung und vom Spaß an Sprache, von Holzhammerwitzen ebenso wie von mehr oder weniger zarten zwischen-den-Zeilen-Pointen. In Schwerin trifft sich die Lesebühne stets an einem Sonntagmittag um das Neueste aus den heimischen Tastaturen auf die Bühne zu bringen – in Köln und Bönen hat Schmalz und Marmelade das Beste aus den vergangenen drei Jahren im Gepäck.

Die Lesebühne Schmalz und Marmelade (Bild: Regge vom Schulzenhof)

Die Lesebühne Schmalz und Marmelade: Andersen Storm, Herr thom*, Frau jules (in Köln nicht dabei), Herr ivalo

Die CDs
An drei Abenden live eingespielt ist die aktuelle Tonträger „Ihr Klatschen auf CD“ ein perfekter Einblick in die vergangenen drei Jahre „Schmalz und Marmelade“. „Ihr Klatschen auf CD“ ist für 10 Euro auf der Internetseite der Lesebühne zu bestellen. Ebenfalls zu haben ist die erste CD „Ohren“ – eine Studioproduktion aus dem jahr 2007.

Hintergrund

Einmal im Monat: Literatur, Lieder, Faxen und Kram
Schmalz und Marmelade – die Schweriner Lesebühne

Schmalz und Marmelade ist eine literarisch-theatrale Veranstaltungsreihe, die regelmäßig alle zwei Monate sonntags zur Mittagszeit in das Schweriner Lokal “Zum Freischütz” einlädt. Nur zu besonderen Anlässen wie der Lesung im November 2007 zum Thema “Großes Kino” oder dem Schmalz-und-Marmelade-Sportfest im Mai 2008 werden die Autoren dem Schützen untreu und steuern andere Orte an. Immer aber lesen, spielen und singen die Vier zu einem vorher gewählten Thema ihre extra für diesen Tag geschriebenen Texte – ein zum Thema passender Gast ist ebenfalls immer dabei und schon so erhält jede Veranstaltung eine besondere Note.

Seit Juni 2006 hat sich Schmalz und Marmelade in mehr als 30 eigenen Veranstaltungen und zahlreichen Gastlesungen ein treues Publikum erspielt. Bis zu 200 Gäste sind dabei, wenn Gedichte, Geschichten und Aktionen Themen wie “Heimat”, “Fußball isst unser Leben”, “Schützenfest” oder “Wurst und Durst” gegen den Strich bürsten.

Gründungsmitglieder der Lesebühne sind Julia Gräfner, Jan Tißler, Oliver Hübner und Thomas Naedler. Später stießen Sophie Kirschke und Nadine Bähring dazu. Derzeit aktiv in der Organisation und auf der Bühne sind Andersen Storm, Oliver Hübner alias Herr ivalo und Thomas Naedler alias Herr thom*.

Schmalz und Marmelade hat bewusst von Anfang an einen nichtkommerziellen Ansatz gewählt: Es wird bei allen eigenen Veranstaltungen grundsätzlich kein Eintrittsgeld erhoben, die Brötchen mit den namensgebenden Zutaten gibt es für einen geringen Unkostenbeitrag. Wie ein erweitertes Frühstück mit Freunden sollen die “Frühlesen für Spätaufsteher” sein – für die Kommunikation der Gäste untereinander lassen zwei Pausen ausreichend Zeit. Seit September 2007 versucht die Lesebühne verstärkt Instrumentalmusiker in die Programme einzubeziehen. Den Anfang für die musikalische Begleitung einer Lese machte das “Schweriner Saxophon-Quartett”.

Schmalz und Marmelade konnte auf eine Starthilfe des Soziokulturellen Zentrums “Der Speicher” und des Kulturbüros der Landeshauptstadt Schwerin bauen. Seit Juni 2007 findet die Veranstaltung dank der Kneipeninhaber und -mitarbeiter im Lokal “Zum Freischütz” am Ziegenmarkt statt. Weiterhin wird die Lesebühne unterstützt von Planet IC und dem farbfigur Verlag Gneven. Die Familiendynastie Wille sorgt für die fotografische Dokumentation der Lesungen, die Familien der Lesenden kochen Schmalz und Marmelade, helfen mit Fahrzeugen, Technik, gutem Rat. Bedingt durch Freundschaften oder personelle Verquickungen schätzt die Lesebühne ganz besonders die Arbeit der Theatergruppe am Goethe-Gymnasium Schwerin und der Impro-Theatergruppe “Die Wortlichter”. Alle anderen Freunde, Helden, Gäste und Unterstützer sind auch im Internet nachzulesen: www.schmalzundmarmela.de

Wiedergänger – die Bilder sind da

Wiedergänger-34

Die Fotos der Lese

Die Fotos des Making up

Fotos: Ulli Wille

Wiedergänger – Herr thom* las

Spinnen

Osterfeuer


Den ganzen Beitrag lesen…

Danke an die Wiedergänger-Runde

…mehr mag ich gar nicht sagen. Bilder wirds ja spätestens morgen geben, die sagen dann ne Menge, denk ich mal. Danke für die schöne Show zwischen Genie und Wahnsinn, danke Martin Sancassani, danke Maraike Lohse, danke Carsten Stotco, ein dickes Dankeschön an das Peter-Olejko-Trio und die Gruppe Rubigos. Und natürlich: Ein Hoch aufs Capitol. Der Saal ist fantastisch. Großes Kino halt.

Sonntag: Die Lese “Wiedergänger” im Capitol

ivalo als Wiedergänger

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

wenn meine Großmutter uns Kinder durch die Felder spazieren sah, warnte sie uns mit steter Regelmäßigkeit vor der Kornmume. Eine alte Frau stellte ich mir dann vor, die Acht gab auf den Weizen, die Gerste den Roggen, was eben so wuchs hinter dem Haus im Dorf am Ende der Straße. Das Gesicht für die Kornmume lieh ich mir bei unserer Nachbarin. Die hatte noch Reisig auf dem Rücken aus dem Wald geschleppt für den kleinen Ofen in der Küche und gleich neben ihrem Wohnzimmer lebten Kücken unter Rotlichtlampen. Das Kleid der Kornmume nahm ich aus Illustrationen der Märchenbücher – die waren in altdeutscher Schrift gedruckt und zerfleddert, wie so manches Gemüt, das – wie das Märchenbuch – die große Wanderschaft vom Stettiner Haff in die Mecklenburger Ackerlandschaft überstanden hatte. “Die hat das zweite Gesicht”, sagte meine Großmutter über die Kornmume, ob sie die Alte je “Wiedergänger” genannt hat, weiß ich nicht mehr. Spielt eigentlich auch keine Rolle, denn die Lese am kommenden Sonntag ist weniger von der Geschichte der Kornmume, als vielmehr von schlecht geschminkten Zombies und Raumschiffen an Angelsehne inspiriert. Von improvisiertem Grauen, könnte man sagen, wenn man noch etwas sagen wollte dazu.

Das war nun schon wieder viel Text, bevor wir endlich einmal zum Punkt kommen. Ich verstehe, Sie wollen Fakten.

Schmalz und Marmelade – Wiedergänger
Die Lese im Kino Capitol

Sonntag, 11. April, 12 Uhr – Eintritt frei

Gast: Martin Sancassani
Musik: Carsten Stotco und das Peter-Olejko-Trio

Martin Sancassani ist einer der Menschen, die man, hat man sie einmal getroffen, nicht mehr vergisst. Martin kann Geschichten erzählen, ganz eigenwillig und konsequent an jedem Zeitgeist vorbei, Martin Sancassani kann Gitarren bauen aus Zigarrenkisten und darauf spielen – die größten Songs der Weltmusikgeschichte in Versionen, die immer etwas nach den frühen Velvet Underground klingen. Und Martin schmeißt die Haartolle immer so toll zur Seite. Auch das ist sehr, sehr einprägsam. Und nicht zuletzt hat Martin in den ach so kalten 80ern Musik gemacht – ziemlich erfolgreich. In einer Aufzeichnung der Musiksendung “Formel 1″ hab ich ihn neulich gesehen und war so irritiert wie angetan.

Etwas zu Carsten Stotco zu schreiben, ist in diesem Kontext ja schon fast unnötig. In unserer Radio-Show Hundamat war er der Musikredakteur, auf unserer CD hat er markante Spuren hinterlassen und wer ihn einmal mit seinem Damien-Rice-Programm gehört hat, ist nicht nur den Songs, sondern auch Carsten und seiner musikalischen Partnerin Elisa Hartwig verfallen. Diesmal hat er sich das Peter-Olejko-Trio an die Seite geholt – als Schweriner ist einem der Name Olejko sicher schon untergekommen – und sicher, sicher, sicher im Zusammenhang mit fein gespielter Musik. Carsten und das Trio haben beschlossen, uns zu überraschen und damit auch Sie – seien wir also zusammen gespannt auf das, was da wird.

Wir setzen mit dieser Lese – Sie haben es bemerkt – die Partnerschaft mit dem Schweriner Kino Capitol fort. Zum dritten mal sind wir zu Gast in einem Kino, das wir alle sehr schätzen, ob seiner kleinen, feinen Aktionen wie zum Beispiel dem “Kino für Fortgeschrittene”, aber vor allem wohl, weil es ein Kino ist, wie ein Kino sein soll: Mit einem großen Saal, der Geschichte hat und Leuten, denen diese Geschichte nicht egal ist. Trotz Dolby-Faxen und HD-Hightech-Schnickschnack.

Vielleicht haben Sie den Herrn ivalo, der da oben so böse vom Foto grient, ja auch schon auf unserem Plakat entdeckt. Das Foto stammt wie stets aus den Händen und der Kamera von Ulli Wille – das Plakat gestaltet hat das Büro für visuelle Gestaltung Maik Gleitsmann. Den Herrn ivalo derart übel zugerichtet hat mit kunstvollem Pinselstrich die Maskenbildnerin Soraya Stabenow.

So, ich denke damit hätten wir alles beieinander – nur Sie fehlen noch. Sie werden es gemütlich haben im Capitol, Sie werden umsorgt und bespaßt, insofern gibts eigentlich keinen Grund, den Sonntagmittag anderweitig zu verplanen. Ein Tipp noch: Frühstücken Sie doch einfach spät, dann schmeckt nach 14 Uhr das späte Mittag nebenan im Zeppelin nochmal so gut – wir werden dort in jedem Fall den Nachmittag in freundlicher Runde einläuten.

“Bis Sonntag also!”, rufen wir Ihnen zu und wenn Sie durch die Saat auf den Feldern stapfen, denken Sie an meine Großmutter – sie war eine weise Frau, an der Geschichte von der Kornmume muss also etwas dran sein.

i.A. thom*

PS: Schmalz und Marmelade wird Ihnen präsentiert vom Alten Friedhof Schwerin – dem Ort für chefmäßiges Rumliegen unter spitzenmäßigen Bäumen.
PSPS: Sie haben diese Mail bekommen, weil es irgendwann einmal so sein sollte. Sollte es nicht mehr so sein, sagen Sie kurz Bescheid.
PSPSPS: Am 30. April eröffnen wir das Filmfest, am 1. Mai sind wir im Landestheater Parchim. Jucheh!
PSPSPSPS: Schmalz und Marmelade distanziert sich von Gerüchten, eine Schweriner Lesebühne wolle die Weltherrschaft an sich reißen.


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