Basta! Herr ivalo las
Basta!
und
Kalle, ich mach ma Schluß!
Basta!
Wenn der Kellner ewig braucht
nach dreimal Rufen erst auftaucht
und dann kalt und fade ist die Pasta
sag ihm einfach Basta!
willst du mit dem Fahrrad reisen
ganz gemütlich Landschaft preisen
hinter dir da hupt der Laster
zeig ihm deutlich deinen Basta!
willst du ordentlich mal zocken
Grand mit Vieren, das soll rocken
doch die Freunde wolln Canaster
sag zu ihnen tschüß und Basta!
Was befreit und macht schnell Schluss
mit allem, was Dir bringt Verdruss?
was wirkt schnell, spontan, sofort?
Basta! ist das Zauberwort
Hast Du Dir den Arm gebrochen
schauen aus der Haut die Knochen
und der Doktor flickts mit Pflaster
sag ihm einfach Basta!
Die Merkel will den Euro retten
und der Griechen Schulden glätten
holt aus der Schatulle noch mehr Zaster
sag ihr einfach Basta!
schwer verliebt und Händchen halten
süße Küsse ewig walten
sie flüstert: your my slave and I`m your master
flüster leis ihr: Baby, Basta!
wo nur mißlich ist die Lage
was macht schnell ein ein End der Klage?
bringt zurück Dir den Komfort
Basta! ist das Zauberwort
Kalle, ich mach ma Schluß!
So, Kalle, weiße wat ich mach? Ich mach Schluß!
Doch echt! Obßet glaubs oda nich: ich mach Schluß. Und zwar richtig, ordentlich ratz-fatz! Ich hab dat nämlich zuletzt ma festgestellt. Es ist einfach Zeit. Für zum Schluß machen! Und ich meine so richtig, mit alles, doch, doch. Schlußstrich. Aus. Vorbei.
Ja, da kuckße, woll?
Wat?
Quatsch, do nich so! Ich nehm mir do jetz keinen Strick. Ne, ich meine einfach – mit dem ganzen Unsinn aufhören – dat wat nich gut is für Dich! Hab ich nämlich festgestellt. Mach ich viel zu viel. Und Du ganz sicher auch! Unnützes Zeug. Den ganzen Tach! Unproduktiv! Und jetz is einfach Zeit für …, ich sach ma, endlich vernünftig werden. Doch, doch, dat is mein Ernst!
Weiße, dat lenkt dich auch alles bloß viel zu viel vonne wesentlichen Dinge ab.
Jau, gib erst ma en Bier!
Dat hab ich nämlich festgestellt. Weiße, wieviel Zeit Du am Tag mitte unwesentlichen Dinge verbringst? Ne? Ja, überleg doch ma!
Und damit is jetzt Schluß.
Jau, danke, Prost.
Mit Bier trinken übrigens auch.
Doch, doch.
Ab morgen.
Komm, hör mittem Weinen auf. Dat macht mich ganz sentemental! Kuck nich, is mein Ernst!
Wie schaff ich nich?
Wette machen?
Also, Bier is dann das erste, womit ich aufhör. Morgen. Schwör ich.
Tüllich, schaff ich dat.
Wie? Ach Kalle, quatsch, tüllich komm ich noch zu Dir inne Kneipe.
Obwohl? – Ne, war gezz bloss en Scherz, Kalle, Prost!
Und mittem Bier, dat is dann noch nich alles:
Weiße, ich will vor allem mit diesem Leben aufhören. Also mit dem sinnlosen Leben vor allem. Und ma echt was verändern. Weiße, ich hab doch noch en Ziel, Visionen!
Weiße, ich kann doch sicha auch ma wat Arbeiten. Wat vernünftiges. Kumma, gibt doch Menschen, die viel weniger intelligent sind wie ich, die auch Arbeiten. Beie Stadtwerke oder so. Warum ich also nich?
Hab do Mittlere Reife. Und dann werd ich en treusorgenden Vatter und Ehemann werden. Schwör ich!
Vielleicht kann ich dann auch wirklich nich mehr zu Dir kommen, Kalle.
Oder sieße hier einen vonne Stadtwerke rumsitzen?
Ebend!
Die sitzen nämlich woanders, mit ihre feinen Ärsche, is doch so! Die sitzen piekfein inne Stadt drinnen, hab ich gesehen.
Und ich dann auch, Kalle!
Is traurig, jetzt für uns, aber – man muss auch ma grausam sein, wenn ma wirklich nomma wat werden will.
Weiße eigentlich, was dat heißt, Kalle? Veränderung? Wat dat bedeutet?
Glaub ich nämlich nich, hier sieht dat doch seit 1983 genau gleich aus. Nur dat Bier is dreima so teuer.
Ach hör do auf. Bisken auffrrischen, täte Dir gut! Dann kommen vielleicht auch welche vonne Stadtwerke, Kalle. Mitte Zeit gehen, weiße!
Jau, noch en Bier.
Neeeeeee, halt, ha-ha, watte, gib ma ne Cola, he-he!
Jau.
Doch, is mein voller Ernst. Schon ma Probetrinken für ab morgen.
Und Sport mach ich auch. Ab morgen. 5 Kilometer am Kanal lang bis nach Herne.
Jau. Wat denkst denn Du?
Hier, kumma, hab ich mir ebend beiem Aldi gekauft. Jokkyschuhe! Für zum Laufen.
Jeder Tag, schwör ich, 100 pro!
Du wirs mich ga nich wieder erkennen. Musse ja auch nich, weil ich geh dann ja fein inne Stadt, ne?!
Jau Prost, he-he!
Iieehhhhhh, wat is datten? Öah!
Natürlich weiß ich wat dat is, Kalle, bin doch nich doof, hab doch Mittlere Reife, schließlich. Bäh! Igitt. Wat ne Süßplörre!
Wat soll ich gezz pobieren? Bionade?
Wat is datten?
Hör auf, dat is doch bloß Beschiß, dat weiß do jedes Kind mittem Biozeugs!
Komm, geh wech, hau ab mittem Scheiß.
Dann trink ich ebend ga nix.
Wie dann soll ich zahlen und gehen? Kannße doch nich machen, mittem alten Freund, Kalle, mittem Stammkunden! Wat bis Du den für en Wirtschaftsexperten?!
Wie mitte Zeit gehen?
Dat macht mich jetzt ganz schön traurig, Kalle, weiße dat?!
Du bis nacher der Klotz an meinem Bein, innem Willen vonne Veränderung! Is doch so!
Ich erzähl allen, wenne Kalle kennß, kannße nix werden im Leben! Jedenfalls nix vernünftiges.
Und weiße wat? Selbs dat is mir gezz egal. Ich hab Mittlere Reife, schließlich. Ich werd schon noch wat!
Un weiße wat, gezz wo die Kinder doch fast schon groß sind – können ja quasi auf eigene Beine schon stehen, sogar der Kleine. Und meine Olle freut sich do eh, wenn ich wech bin.
Weiße: da kann ich doch sogar noch ma ganz neu anfangen, inne neue Stadt. Duisburg, oder so. Da gibbet bestimmt auch Stadtwerke. Und die suchen ja jetzt alle, so mitte Konjunktur un so!
Wat?
Hast ja Recht.
Na klar, mach noch ma eins. En kleines aber, un nich so viel Schaum!
Jau.
Danke.
Jau.
Prost.
So.
Muss dann ma.
Hier stimmt so.
Bis morgen.
Tüss!


19. Juni 2011 um 22:20
War das fein heute, das hat viel Spaß gemacht, vielen Dank an alle!!