Terminschwierigkeiten: Andersen Storm las
Ich habe keine Geschichte
und
Neulich im Ostpaket
und
Ohne Titel (1986)
und sang
Damals
Ich habe keine Geschichte
Ich habe keine Geschichte. Sorry. Leider habe ich keine Geschichte heute. Nicht, dass mir die Ideen ausgegangen sind, nein, keinesfalls – nur, sorry heute keine Geschichte. Ich weiß, dass Sie enttäuscht sein müssen, Sie zeigen es nur nicht, freundlicherweise. Danke dafür. Ich will auch nicht lange drum herum reden, sonst klingt das ja auch ganz schnell wie ein Entschuldigung und, sorry, so ist das ja nun auch nicht, dass ich Ihnen eine Geschichte schulden würde. Anspruch haben Sie ja nun nicht darauf und deshalb, sorry, keine Entschuldigung. Tut mir schon ein bisschen leid für Sie, aber nicht so sehr, dass ich mich jetzt entschuldigen wollte.
Wegen des Anspruchs, viele sagen ja auch wegen dem Anspruch und das ist ja jetzt auch erlaubt im Duden, da haben die hohen Damen und Herren eine Verbeugung vor dem falschen Sprachgebrauch gemacht und da sie ihn ja sowieso nicht verhindern können, haben Sie ihn einfach erlaubt, DIE sollten sich entschuldigen! WEGEN DEM ANSPRUCH! Welcher Anspruch?! Das ist doch anspruchslos, niveaulos ist das sogar. Frevelhaft. Wehret den Anfängen, sag ich da nur!
Also noch einmal: Wegen des Anspruchs – Gedankenstrich, das ist übrigens auch so ein Ding: der Gedankenstrich. Wie viele Leute?, sehr viele Leute. Die meisten Leute! Setzen heute anstelle eines Gedankenstriches einen Bindestrich in ihre Dokumente. Und umgedreht! Ach was Dokumente, das degradiert dieses Geschreibsel geradezu zu bloßen Zetteln. Einen Bindestrich anstelle eines Gedankenstriches in ein Dokument einzufügen ist doch…na wissen Sie! Und das machen die nicht aus Schusslichkeit! Nein! Die wissen es nicht besser! Die wissen es nicht besser, die kennen den Unterschied zwischen einem Gedankenstrich und einem Bindestrich gar nicht! Vielleicht einfach mal yahooen?! Oder können die das auch nicht?! DIE sollten sich alle mal entschuldigen!
Also noch einmal: Wegen des Anspruchs – Gedankenstrich, Komma…..
Es ist ja auch nicht so, dass ich hierher komme, Sie sind da, oder ich bin da und Sie kommen hier her, das macht jetzt keinen Unterschied, für den Anspruch, meine ich jetzt, wir treffen uns ja hier nicht…, oder ich fange mal ganz anders an.
Eine Lesebühne ist ja sozusagen da, also in der Welt, da, D und A geschrieben, nicht wie man es immer wieder im Internet lesen kann mit R am Ende, sorry, wenig Zeit, das ist doch keine Entschuldigung für schlechte Rechtschreibung, oder?! Klar gibt es auch das Wort dar mit R am Ende. Das meint aber auf keinen Fall einen Ort. Sondern…das ist doch klar, das kann man ja auch mal nachlesen. DIE SOWAS SCHREIBEN, DIE sollten sich mal entschuldigen.
Eine Lesebühne ist ja sozusagen da, also in der Welt, auf dass dort gelesen werde. Ja, schon, aber eben nicht etwas Bestimmtes! Verstehen Sie? Irgend etwas. Und irgend etwas, sorry, das müssen Sie mir schon zugestehen, irgend etwas habe ich hier wahrlich in den Händen und lese ja auch, wie im Wort Lesebühne suggeriert…das schreibt sich mit zwei G, suggeriert, aber jetzt habe ich auch keine Lust und auch gar keine Zeit mehr, denn die anderen wollen, ja auch noch zum Lesen kommen. Wozu bereitet man sich denn sonst Monat für Monat vor, investiert Zeit und Geld, denn Zeit ist ja bekanntlich Geld, nur eben in der Uhr, was natürlich Humor ist, denn Zeit und Geld, das weiß der Physiker, haben soviel gemeinsam wie Bindestrich und Langstreckenlauf, und trotzdem sagen viele, sehr viele Leute, einfach so gedankenlos vor sich hin, Zeit sei Geld! DIE sollten sich mal entschuldigen.
Da schreibt jemand Lesbares auf Papier, wo man zum Beispiel ja auch in der gleichen Zeit Unlesbares ins Internet schreiben könnte. Oder eine Geschichte zum Beispiel. Wenn man die Zeit dazu hätte. Aber die ist ja Geld. Bedanken Sie sich bei denen! Und Geld ist bekanntlich knapp. Deshalb keine Geschichte und, sorry, auch keine Entschuldigung.
Damals

