Die Wasserlese – Herr thom* sang und las

Publikum planscht
Was weißt Du Kapitän von der Liebe
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Ode an O.
Was weißt Du Kapitän von der Liebe
Was weißt Du Kapitän von der Liebe
Was weißt Du Kapitän schon vom Glück
Nichts hilft Dein stilles Flehen
Es gibt kein Wiedersehen
lässt Du die Liebste am Ufer zurück
Ihr letzter Blick, sagt Dir Adieu
Du aber richtest dein Aug auf den See
Es stampfen die Maschinen
Nur ihnen musst du dienen
tut das Herz von der Liebe auch weh
Dein Brautigam ist der See
Alles begann im November
Dein Pott lag auf Dock, Kapitän
Du zähltest die Tage am Kalender
stumm blieb sie hinter dir stehn
Und legte ihre Hand Dir in den Nacken
Sie war Köchin im Hafenrestaurant
sie wusste um Dein Herz und deine Macken
doch leis erklang von Ferne ein Gesang:
Was weißt Du Kapitän von der Liebe
Was weißt Du Kapitän schon vom Glück
Nichts hilft Dein stilles Flehen
Es gibt kein Wiedersehen
lässt Du die Liebste am Ufer zurück
So trug Euch das Glück durch den Winter
und heizte die Bleibe für zwei
Du dachtest an ein Hausboot, sie an Kinder
und eine Hochzeitsreise in die Lombardei
Dabei kanntet Ihr Euch gerade mal acht Wochen
was ist schon Zeit wenn Herzen übergehen
doch manchmal treibt die Zeit die Liebe aus den Knochen
und aus der Ferne war der Frühling schon zu sehen
Was weißt Du Kapitän von der Liebe
Was weißt Du Kapitän schon vom Glück
Nichts hilft Dein stilles Flehen
Es gibt kein Wiedersehen
lässt Du die Liebste am Ufer zurück
Dein Schiff rief nach dir, als der März Knospen brach,
wie ein hungriges Tier am Kai
und das brüllte in dir die Erinnerung wach
an Möwen, an Fisch und den See
Kein Halten an Land, doch an Bord dieser Schmerz
als das Gift zu wirken begann
Uns wundert das nicht, so geht man nicht um
mit der Köchin vom Hafenrestaurant
Doch
was weißt Du, Kapitän, von der Liebe
Was weißt Du, Kapitän, schon vom Glück
Nichts hilft Dein stilles Flehen
Es gibt kein Wiedersehen
lässt Du die Liebste am Ufer zurück
Ihr letzter Blick, sagt Dir Adieu
Du aber richtest dein Aug auf den See
Es stampfen die Maschinen
nur ihnen musst Du dienen
tut das Herz von der Liebe auch weh
Dein Bräutigam ist der See
Ode an O.
Du wunderrundes Plunderstück
mit deinem Herz aus Löschpapier
den Zunder im verborgnen Blick
die Lunte am G4
treibst Du zwei Schreibtisch weit entfernt
als grauer rauer Küstenstier
der tobt und lobt und lärmt und schwärmt
und produziert Papier
Selbst wenn die Gischt im Rücken zischt
und Wellen schnellen ihren Lauf
Poseidon seine Wasser mischt
und Stürme ziehen auf
Du, Lübzer Pilz, auf hoher See
bleibst scheinbar was du bist
ein Graf wie damals an der Spree
und unser Maschinist
PS:
Die Maschinen sind geölt
Sie schlagen tapfer ihren Takt
Woche für Woche
Monat für Monat
Jahr für Jahr
Auf der Brücke der Käptn ist zufrieden
Es dampft der Kaffee in Pötten
Mit freiem Oberkörper kriecht der Maschinist
durch die Enge unter Deck
Er weiß:
hinter geölten Maschinen
hinter dem verschmierten Gesicht
bleibt
verborgen
was ihn treibt

