Sieben: Herr ivalo las
Schmalz und Marmelade Sieben
und
Sieben Fragmente zum Thema Sieben
und
Alle Sieben!
Schmalz und Marmelade Sieben
Schmalz und Marmelade
Schals und Marmelade
Chals und Marmelade
Hals und Marmelade
Hals und Arme Lade
Hals und Armlade
Halund Armlade
Haun Darmlade
Hund Armlade
Hund am Lade
Hund a Made
Hundamad
Hun Damd
Und amd
Un dam
Unam
Nam
Na
A
Sieben Fragmente zum Thema Sieben
gewagt
Horst: Null
Klaus: Kontra
geklagt
Mensch, Kalle, ich glaub eins vonne sieben Bier war gestern schlecht.
gegessen
Einmal die gebratenen Nudeln mit Tofu bitte.
Ach, so, Entschuldigung, die Nummer Sieben bitte.
Geduld!
Grins nich so blöd, Kalle, Du weißt genau, auf welchem Platz Schalke steht!
gesägt
10 Bier für die Jungs vom Sägewerk
geglückt
Kleeblatt in Tschernobyl
gezählt
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei dann 4 dann 5 dann 6, dann 7
wo sind bloß Traditionssinn und die Metrik in Kinderreimen geblieben!
Alle Sieben!
Septimus nahm sein Sieb und schüttete noch eine Handvoll Sedimentschlamm mit der bloßen Hand hinein, drehte es, kippte es, löste den sich langsam absetzenden hellbraunen Nebel, der im Wasser schlierte immer wieder auf und befingerte die sich absetzenden Bröckchen, kleine Steine, Sandkorn groß, Körnung sieben. Manche schwarz, manche hell, manche kantig, manche rund. Doch keines glänzte ihm golden, Glück verheißend. Wie in aller Welt war er bloß hierher gekommen, in die südlichen Karpaten!
Früher, da hatte er alle sieben Weltmeere abgesegelt auf der Suche nach dem großen Glück. Er war im Siebenstromland, in Sevenoaks, im Siebenmühlental, bei den Sette Isole, in der Stadt der Sieben Seen, überall auf der Suche nach Gold.
Bis er eines Tages in eine dunkle Schifferskneipe kam. Bei Königswinter am Rhein.
Er saß schon eine Weile da, trank Zitronenlimonade. Im Fernseher lief ohne Ton eine Folge der Simpsons, es war kurz vor 19.00 Uhr.
Und doch sollte dieser Kneipenbesuch sein Leben verändern.
Als erstes drang ein stechender Duft nach Kölnisch Wasser in seine Nase. Nein, es stank so dermaßen nach 4711, dass sich Septimus alle sieben Fingernägel kräuselten.
Am Nachbartisch saß ein alten Mann, in einer Kapitänsuniform und winkte ihn mit einer Geste zu sich an Tisch sieben. Er deutete mit einem Finger auf eine Landkarte.
„Dort ist mein Claim!“ sagt er.
Und es war das Wort „Claim“ das Septimus fortan am klaren Denken hinderte.
Das, was er Claim nannte hatte die Form eines gleichmäßigen Heptagramms und lag irgendwo in Rumänien.
Jetzt bemerkte Septimus den Klumpen auf dem Tisch, reinstes Gold. 777er Gold, ein Klumpen von 7 Karat.
Und der alte Mann versprach ihm den siebten Himmel auf Erden, Schweben auf Wolke Sieben, ja das wirst Du dort tagein tagaus!
Eine Katze kam zur Tür herein und fraß vom Rattengift in der Ecke. Sie fiel tot um. Besann sich nach wenigen Minuten und rannte wieder raus.
„Ich bin 77 Jahre alt, meine Knochen sind spröde und nicht mehr gut für das Leben eines Goldschürfers! Meine Finger nicht mehr fein, das Sieben will nicht mehr gelingen. Zuviel Gold hab ich Richtung Donau schwimmen sehen. Aber! mir hat mein Claim mehr Geld gebracht, als ich in meinem Leben noch ausgeben könnte, doch, Du bist jung. Geh mein Junge und versuch jetzt Du Dein Glück, ich will Dir meinen Claim vermachen!“
„Wie ist Dein Name?“ fragte Septimus?
„Nenn mich Sam, einfach Sam, eigentlich heiße ich Sjem, aber alle nennen mich nur Sam“, antwortet der Schiffer und lüpfte kurz seine Schiffersmütze.
Sam hatte eine saubere Uniform an. Personenschifffahrt Bonn. Sieben Sterne an jeder Schulter. Gold und Uniform? wie passt das zusammen? dachte Septimus, doch er sah nur noch den Klumpen glänzen und willigte ein.
So er sich auch mühte, er konnte seinen Blick nicht abwenden, er musste den Goldklumpen anstarren, der da zwischen ihm und dem Kapitän lag, auf dem Tisch einer Schifferskneipe am Fuße des Siebengebirges.
Im Radio lief ein altes Lied von Karat gesungen von Peter Maffey.
„Jetzt kommt auch mein heller Schein!“ dachte Septimus.
“Rumänien” murmelte er.
Sam nickte. “Siebenbürgen, dort wartet Dein Glück!“
Septimus verstand und nickte ebenfalls.
Sam, trank seinen Siebenkräutergeist aus und stand auf.
Helle Juliabendsonne fiel kurz in den dunklen Raum, als der Kapitän schwankend das Lokal verließ, laut und schief “mit 77 Jahren” singend. Draußen düste ein roter Porsche 711 davon und die Tür fiel wieder in die Angeln.
Eine tote Katze rollte die Treppe runter, blieb kurz vor Septimus liegen, erschrak und rannte miauend die Tür hinaus.
Septimus war Besitzer eines Claims, eines echten Goldclaims, es war ihm wie ein Geschenk aus heiterem Himmel in den Schoß gefallen. Wie ein 7er im Lotto, dachte er.
Septimus trank seine 7 up aus, rannte mit Siebenmeilenstiefeln zum Bahnhof und sang irgend ein altes Lied von Karat oder Peter Maffey. 19.07 Uhr, heute fuhr kein Zug mehr nach Rumänien.
Er kaufte sich beim Bäcker noch sieben Stück Mohnkuchen, sang „Wer will einen Kuchen backen, ..“ und aß alle Stücke beim Warten auf irgendeinen Zug auf, wurde zornig ob seiner Völlerei. War es Neid auf diesen Mann, der ihn so hochmütig den Entschluss hat fassen lassen, nach Rumänien zu fahren? War es Geiz? Was wollte er mit Gold? Nur seiner Genusssucht und Wollust nachkommen? Aber genießen sieht anders aus, als tagaus, tagein, von Montag bis Sonntag in einem 5 bis 10 Grad kalten Fluss zu knien und Sand durchzusieben. Rheuma zu bekommen. Ach, wäre sein Herz bloß damals nicht so träge gewesen. Im siebten Semester Jura, warum hatte er es abgebrochen?? Welch Faulheit, Feigheit, Ignoranz!
Im Zug war alles vergessen. Der Magen gefüllt, das Sieb baumelte an seinem Rucksack im Gepäckfach und versprach nur eins: Gold.
So war er zu seinem Claim gekommen und der hatte ihm doch nicht mehr eingebracht, als Sieben Gramm Gold. Nicht viel für Sieben Jahre, und sieben Monate Sieben.
Es war dunkel geworden, so saß er an einem kalten Februarabend am Fluss, über ihm leuchteten nur die Plejaden.
Ich höre auf! dachte Septimus. Was brauche ich Gold? Ich gehe in die Stadt und versuche dort mein Glück und schreibe ein Buch über meine Abenteuer. Hab schließlich was erlebt!
Entschlossen schleuderte er sein Sieb in den Wald und rammte seinen Meißel ins Flussbett.
Eine tote Katze fiel von einem Baum, erschrak und rannte miauend in die Nacht.
Doch was war das? Statt des dumpfen Rummms! machte der Meißel auf einmal Klonk! ein helles Klonk! und Septimus staunte nicht schlecht. Es glänzte tatsächlich golden dort im Flussbett. Sollte sich die ganze Arbeit doch noch lohnen? Die ganzen Jahre des Wartens auf diesen Moment?
Er machte einen Freudensprung, als seine Nase plötzlich einen stechender Duft von Kölnisch Wasser aufnahm. Das satte Brummen eines Porsche 711 drang durch den Wald.
Dann sah er auch schon in den Lauf einer Smith & Wessons, 7er Kaliber und begann zu verstehen.
Ausgenutzt, hatte man ihn. Alles für die Katz.
Septimus ergab er sich seinem Schicksal, packte seine sieben Sachen, kaufte eine Rückfahrkarte und setze sich 77770 Durbach zur Ruhe und schrieb ein erfolgreiches Buch über die Metaphysik der Zahlentheorie.

