Umziehen! Schmalz und Marmelade am 8. Februar

Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],

weil ich weiß, dass es ganz Eilige gibt, da draußen, hier schnell die Fakten:

Sonntag, 8. Februar, 12 Uhr, Freischütz
Schmalz und Marmelade liest zum Thema “Umziehen”

Gast: Daniel Schinzig aus Bönen (das Bönen, das die östliche Landmarke ist des Ruhrgebiets)
Spezial-Gast auf den Lesehockern: Regge vom Schulzenhof (der Schulzenhof in Gneven, der einzig wahre)

Frühstück mit Schmalz und Marmelade ab 11.30 Uhr

Und nun nochmal fürs gute Karma:

Liebe/r hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen,

ich hab mich extra fein gemacht für Sie! Die alten Hausschlappen hab ich gegen gutes Schuhwerk getauscht, die Joggingbüx mit dem gelben Fleck (Bananensaft!!!) die hab ich in die Ecke gestellt und dafür eine Anzughose aus dem Schrank gefischt. Die war da seit meinem letzten Umzug. März 2003. Ganz hinten. Noch hinter all dem, das ich vergessen wollte, verdrängen musste oder in kleine Kisten packen auf Nimmerwiedersehen, weil es Erinnerung ist, die das Leben nicht verlängert.

Dass ich die gerade heute wiederfinde, das passt ja hab ich gedacht und dann hat sie nicht gepasst. Aber ich denke, Sie wissen, was man mit einem Stückchen Schlübbergummi und einer Sicherheitsnadel so anstellen kann. Mensch, hab ich dann gedacht, so kannste am Sonntag durchaus am Lesetischchen Platz nehmen. Sieht gar nicht schlecht aus. Riecht nur ein bisschen. Aber Frau jules und Herr ivalo, die sind ja Kummer gewöhnt. Und der Regge vom Schulzenhof erst recht, der malt soviele Tiere in seine Bücher, der kann bestimmt mit etwas Stallgeruch leben.

Aprospos Stallgeruch. Sagt man ja immer, wenn einer irgendwo herkommt und deshalb die Dinge so tut und denkt, wie er sie tut und denkt. Stallgeruch, sagt man dann und meint in den seltensten Fällen einen Boxstall. In einen Boxstall möchte ich im übrigen ganz sicher nicht umziehen, da werkeln grobe Menschen mit Kampferfahrung, da hätte ich sicher Mühe zu überleben – und nicht nur olfaktorisch. Dann lieber in einem Pferdestall, wie mein Großvater einen hatte, bis die Kollektivierung der Landwirtschaft kam und später der Trabant, der eine Garage brauchte.

Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt – den Spruch kennen Sie sicher und ich kann Ihnen versichern, das geht auch schneller. Mit einem schimmligen Keller nämlich mit Asseln und ohne Licht. Da hätte ich mal die Sachen lagern sollen, die ich vergessen wollte, verdrängen oder auf Nimmerwiedersehen verpackt verstecken. Dann wäre der Schnitt komplett und ich müsste mir von meiner Familie in der Angelegenheit nicht vorwerfen lassen, ich könne nur halbe Sachen.

So. Und nu gehe ich mich umziehen. Wir sehen uns am Sonntag!

i.A. Herr thom*


 
 
 

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