Lies die Stadt – Literatur durch den Bollerwagen
Die Sonne lachte durch die Wolken, als der Generator zum allererstenmal leise Strom durch unser Bollerwagenmikro blies. Stadtrundgang mit Verstärker: “Lies die Stadt!”. Alle, fast alle, waren sie wieder gekommen, die wir einen langen Sommer nicht gesehen haben. Schön!
Frau Jules begrüßte die Wandergruppe aus Freunden, Bekannten, Stammgästen, Neugierigen und Mitgebrachten, bevor die Schwerin-Buch-Autoren Maik Gleitsmann und Jörn Lehmann zur ersten Station aus ihrem Band “Schwerin. Entdeckungen.” lasen.
Dann setzte sich die große Runde tatsächlich in Bewegung, immer Frau Jules’ geschlossenem Regenschirm hinterher, knallegelb war der.
Die erste Station auf dem Schelfkirchenspielplatz eröffneten Tarik und Franz, das Duo “The Scenes” mit “Stairway to heaven” und ja, sie standen auf dieser schönen Brücke, die quer über den Sandkasten geht. Herr thom* machte uns mit Herrn Hanke bekannt, in einem trilogischen Biographie-Fragment eines entäuschten Idealisten und Frau Jules berichtete uns von einer Begegnung in einer Straßenbahn. Die soll so auch tatsächlich stattgefunden haben. Süß fand er sie. Hat sie gesagt, hat er gesagt. Und sie hat es gleich aufgeschrieben, zuerst ins Tagebuch, dann in einen Text.
Erst Musik, dann Schwerin-Buch, der Schwung des Auftakts trieb uns auch durch die weiteren Stationen. Am Pfaffenteich, unweit der Büste von Herrn Schliemann, neben den schönsten Boulekugelabdrücken der Stadt, griffen auch Herr ivalo mit einem Kalle-Text ohne Kalle und Andersen Storm mit seinem Text, (Sex sells, dachte er wohl), “Nackt in Schwerin” ins Stadtrundganggeschehen ein. Aber auch der war jugendfrei, es gab einige erleichterte Mütter und einige entäuschte Väter.
Ja, und dann, hinter Dom, am Löwen, da sang… also der Ludwig Plath, der sang. Oder wie soll man sagen. Ludwig Plath sagte, er wolle singen und… ja dann sang er skurrile Sachen, die zum Brüllen komisch waren – so als Gesamtkunstwerk. Texte, die Ludwig Plath im Zug hätte schreiben können, die er im Zug geschrieben hatte, wie er sagte, doch, kann das sein? So rund, so lässig – eben mal im Zug… Aber irgendwie ist es ihm zuzutrauen. 2006 hat Ludwig Plath 18-jährig mit seinem Text “Eritrea” eine Nominierung zum Treffen junger Autoren – eine große Nummer – erreicht. Und nach dem Schultheater der Länder, das Samstag in Kassel zu Ende ging, hat er Gesicht und Inhalt der Festivalzeitschrift mitgeprägt. Ja und dann kam er ganz spontan, zwischendurch quasi, nach Schwerin, um für uns, nunja, zu singen. Toll, Danke! (Am besten, Sie kaufen ihm jetzt schonmal so viele Texte wie möglich ab, später sind die sicher mal unbezahlbar. Leider weiß ich auch nicht, wie das praktisch geht…))
Ja und schließlich ging es weiter an den Schlachtermarkt, an den Platz am Beutel und zurück zum Freischütz. Neben Texten wurde gerätselt – Jörn Lehmann hatte Details fotografiert, die das Publikum den Lesestationen zuordnen konnten. Wenn sie konnten. Und sie konnten Zu gewinnen gabs Bücher und Postkarten aus dem Schelfbuch-Verlag von Jörn Lehmann und Maik Gleitsmann.
Danke, liebes Publikum, für die neuerliche Gunst, danke ganz besonders Micha Milz für den grandiosen Job an der mobilen Technik, danke The Scenes, danke Ludwig Plath, danke Ulli Wille für die Fotos und danke natürlich an unsere beiden Führungskräfte vom Schelfbuch-Verlag. Am 12. Oktober gehts um Schall und Rausch.



27. September 2008 um 17:50
Hallo, “lies die Stadt” hat mir sehr gefallen. Es war ein interessanter Rundgang in Schwerin. Eine gute Idee war das Bilderrätsel, an dem auch ich teilgenommen habe und natürlich einen Preis in Form von schönen Postkarten erhielt. Dafür nochmals Danke, der Preis ist über Hannes bei mir angekommen.
Mit freundlichen Grüßen
bis zum nächsten mal
Uwe Schepler
1. Oktober 2008 um 21:57
Viel Spaß beim Verschicken der Postkarten Uwe! Glückspilz du
1. Oktober 2008 um 21:57
bitte das “s” ergänzen…