Lohn und Brot: Frau jules las
Herr Sonntag & ich – Lohn und Brot
Herr Sonntag und ich sitzen am Abendbrotstisch. Schwarzes Brot mit dicken Körnern und Wurst, zwei geviertelte zuvor kugelige Tomaten, zwei Gläser Milch.
Ich wusch Herrn Sonntags blauen Hut, fegte den Hof , spülte die Tassen und Teller, fädelte Herr Sonntags Perlen, nach Farben und Formen sortiert. Nachdem Herr Sonntag die Perlen mehrfach durcheinander brachte um sie wieder und wieder zu sortieren, aber unsortiert hatte liegen lassen. Die Perlenketten hing ich an die Knaufe der Küchenschubladen, bis Herr Sonntag diese im Umdrehen mit der Schere zwackte, sodass alle Farben und Formen auf den Boden perlten, ich neu sortieren musste. Ich klopft die Teppiche, pflanzte die Blumen von einem in den anderen Topf gepflanzt, die Herr Sonntag nicht umfahren konnte und Scherben machte mit dem Einrad. Ich strich das Katzenhaus, mit blauem neuem Lack und nagelte ein Schild mit dem Katernamen: Egon, den Herr Sonntag aussuchte, vor drei Jahren als Herr Sonntag und ich Egon auf der Straße fanden. Ich ölte das Parkett über welches Herr Sonntag schlitterte dann. Schlitterte. Ich kaufte schwarzes Brot mit dicken Körnern, viertelte die kugeligen Tomaten, melkte die Kuh am Pflock im Garten neben dem rostigen blauen Fahrrad, welches Herr Sonntag nicht wegräumt seit drei Regenwochen. Die Kuh. Die Kuh am Pflock im Garten melkte ich. Deren Milch Herr Sonntag achtlos auf die Decke kleckerte die ich bügelte zuvor.
Die kugeligen jetzt geviertelten Tomaten, das schwarze Brot mit dicken Körnen schlingt Herr Sonntag mit wenigen Bissen und zu kauen vielmehr nur schluckend hinter. Es reicht jetzt.
Herr Sonntag, ich finde das nicht gut. Was? Das zu arbeiten dir nie…
Ich muss nicht arbeiten.
Das meine ich ja: Das zu arbeiten dir nie in den Sinn kommt: du lieber dallerst von früh bis spät und nicht aufpasst. Herr Sonntag krümelt, verkleckert Milch.
Ich arbeite und arbeite und arbeite, bin beschäftigt und du?
Ich wusch deinen blauen Hut, fegte den Hof, spülte Tassen und Teller…
Du hast mich auch nicht gefragt, ob…
Ich fädelte deine Perlen, nach Farben und Formen sortiert.
…ich helfen soll.
Die Perlenketten hing ich an die Knauf der Küchenschubladen und du?
Herr Sonntag steht auf, zweimal Dreieck, Faust an Rippe, und guckt.
Nur weil du keinen Spaß verstehst. Du hast mich ja gar nicht gefragt, wegen den Perlen zum Beispiel.
Aber…
Nichts aber. Du machst dir deine Arbeit doch selber. Alle deine guten Tätigkeiten könntest du bequem verteilen. Auf Morgen, und Übermorgen. Montag wäre auch Zeit.
Die Perlen hab ich aufgefädelt und das Katzenhaus…
Ich bürstete die Kuh heute, als du schwarzes Brot mit dicken Körnern kauftest.
Nur eine Aufgabe am Tag.
Aber deine Gaukeleien.
Dann kannst du dir auch einen Spaß erlauben.
Nur eine Aufgabe am Tag.
Und bist entspannter.
Ja, hast ja recht, sage ich und Herr Sonntag nimmt einen großen Hieb Milch den im Mund hin und her blubbern lässt und grinst.

