Monatsarchiv für Juni 2008

 
 

Schöne Textwolken mit Herrn Sonntag und ’s Wördle

Derzeit spuken im Netz an verschiedenen Stellen diese hübschen Textwolken umher. Mit wordle (Schwäbisch für kleines word? oder ein englisches Mischmasch aus word-bundle?). Ich habe gleich mal Herrn Sonntag reingeworfen und finds unheimlich hübsch, gut gemacht, Frau Julesle!


Herr Sonntag

via Spreeblick

Lohn und Brot: Frau jules las

Herr Sonntag & ich – Lohn und Brot


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Lohn und Brot: Herr ivalo las

Die Evolution des Bäckerhandwerks

und

Der letzte seiner Art

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Schmalz und Marmelade im Juni: Lohn der Lese, Brötchen hart erarbeitet

Pünktlich um 14.00 Uhr war’s vorbei. Wie versprochen. Schmalz und Marmelade geht bis zum 21. September in Sommerpause.
Das war aber auch wieder ganz schön heiß heute. Während weiter südlich in den Alpennationen bei 15° gekickt wird, wird in Schwerin bei 30° gelesen und geschwitzt. Ich hab ja mal Physik studiert, sonst würde ich jetzt schreiben, dass es heute in Schwerin doppelt so warm, wie gestern in Basel.
Unser Stammtisch war ungewöhnlich besetzt. Herr thom* weilte zur Arbeit in der Slowakei und Herr Andersen Storm zum Familienfeiern in Sachsen. Dafür war Hamlet heute unser Gast. Ein echter Hamlet, von den TaGGS, der Theatergruppe am Goethegymnasium, die jüngst mit Hamlet.net in Berlin aufgetreten sind. Hamlet heißt Hannes Wolf und las über das Imperium Panem und ein lustiges saukomisches Gedicht über Bauer Bolle auf dem Acker von der Rolle.
Frau jules gab uns die Stechuhr und Herrn Sonntag, wußte allerdings nicht, für welchen Broterwerb sie sich mal entscheiden soll. Ach, die Jugend. Frau Nadine wieder in alter Schnellsprechform, ersann uns internationale Brottheorien und sang lesend das Loblied auf die Schweriner Schreiber. Ich forschte in der Evolution des Bäckerhandwerks und bedauerte den Tod des letzten Arbeitslosen von Schwerin.

Auf ganz wundervolle Weise harmonierten unsere Gäste, in vielen vielen satirischen Wochenrückblicken ein unschlagbares Paar geworden: Michaela Skott und Ralf Schönrock vom TV 19 +. Nein, kein Fernsehen für Erwachsene, sondern (Internet-)fernsehen für die Region, definiert durch die Postleitzahl 19+. Stichwort ergab Stichwort und satirisch wurde die Arbeitsrealität in unserem Bundesland und die Stadtpolitik betrachtet. Zum Beispiel mit diesem Text. Einfach mal reinschauen, bei TV19+, dort wird deutlich, wie Kompetenz und Humor zu wundervollen und amüsanten Nachrichtenvideos wird. Aber natürlich auch zu Ernsten. Unterlegt von Ralfs Keyboardsequenzen, harmonisch wo es musste, disharmonisch, wo es konnte wurde Performance draus.

Und wohltätig waren wir auch. Die Einnahmen von heute gingen komplett an Schwerin-Schwerin, die da gerade so eine Abmahnungsklage laufen haben. Blöd sowas.
So, jetzt fängt Fußball an. Kein Feintuning mehr. Feintuning nachgeholt.

8. Juni: “Lohn und Brot” – der Komm-Post (damit Sie alle kommen!)*

Liebe Freundinnen und Freunde der Schweriner Lesebühne Schmalz und Marmelade,

boah, lange Anrede. Aber es gibt auch Wichtiges zu vermelden. Schmalz und Marmelade wird 2. Lange, lange ist es her, da saßen ganz aufgeregt im Speichercafé 4 hoffnungsvolle Menschen und sagten Theater-Theater auf. Das war am 25. Juni 2006, noch vor unserer schönen Fußball-WM daheim. Horst Rehberg war unser Gast, Herr jati noch dabei, Frau nadine und Herr Andersen Storm noch nicht.
„Lohn und Brot“ ist diesmal unser Thema. Brötchenschmieren im Akkord? Steuerkarte vorlesen? Welche Faxen und welchen Kram haben wir uns diesmal wohl ausgedacht, um das Thema angemessen aber lustig zu durchleuchten. Wir wissen es noch nicht, aber wir haben ja auch noch 3 Tage Zeit. Wir lassen uns überraschen, so wie hoffentlich auch Sie am kommenden Sonntag, den 8.6. im Freischütz. **
Frühstück gibt’s, wie immer, um 11.30 Uhr, Lese ist, wie immer um 12.00 Uhr. Pünktlich wie die Feuerwehrstechuhr.
Was wir ganz sicher wissen: TV 19+ ist unser Gast, Michaela Skott und Ralf Schönrock, mit ihren satirischen Wochenrückblicken Garanten für sinnvollen Unsinn auf hohem Niveau und brisante Themen Rund ums Hartz IV-Aufbackbrötchen. Oder so.
Ebenso haben wir noch einen Überraschungsgast von einer aufstrebenden und jüngst beim Berliner Schultheatertreffen zu höchster Ehre gelangten Schweriner Schultheatergruppe, den TaGGS, der auch unser jüngstes Lesebühnenmitglied Frau jules entspringt, zu verkünden. Keine Garantie für die Richtigkeit von Schachtelsätzen! Is doch so.
Im Juli und im August macht Schmalz und Marmelade Sommerpause. Im September geht es wieder weiter, aber kommen Sie lieber schon im Juni, denn der Sommer wird sonst sehr lang.

Einen lieben Gruß im Namen des ganzen Kollektivs, diesmal

Ihr Herr ivalo

* Ich muss noch was gestehen, die Idee mir dem Komm-Post, die ist gar nicht von mir. Die ist von Faltsch Wagoni, einem Sprach-Akrobaten-Duo aus Oberbayern. Ich fand sie sehr lustig und hab sie für heute einfach mal geborgt.

**das stimmt so natürlich auch wieder nicht, bin jetzt in die Impro-Schiene reingerutscht, natürlich wissen wir schon, was wir vorhaben!

Wort des Monats IV

Juni: Durchschnitt

Neue Nachbarn: Lesebühne “Wortreich” in Wismar

Wenn nebenan neue Nachbarn einziehen, dann geht man ja mal rüber, vielleicht Blümchen vorbeibringen, mindestens aber Guten Tag sagen.
In Wismar hatte gestern die Lesebühne “Wortreich” Premiere. “Weiber & Helden” war das Thema. Ich bin einfach hin und wollte mir anschauen, wie unsere Nachbarn aus der Hansestadt Lesebühne machen. In der hiesigen Presse stand gar nichts, ich hatte lediglich in einem Kulturnewsletter den Veranstaltungshinweis erhalten, Ort, Titel, Anfangszeit, fertig.
Vielleicht war es der Schreibkreis des Seniorenstifts St. Antonius, die in ihrer Lieblingsapotheke lesen? Ne, dann wäre der Titel nicht “Weiber und Helden”. Vielleicht der Chaos-Club der Studentenkreativabteilung die in ihrem Hardrockkeller existentialistische Texte zelebrieren? Die würden eher “Blutreich” heißen. Also hin und schauen.
Bei strahlendem Sommerwetter und 33° Außentemperatur hatten sich schon einige Gäste in der Alten Löwenapotheke eingefunden. 300 Jahre Apotheke, knapp ein Jahr ein wunderschönes Caféhaus, sehr schönes Ambiente. 5 € Eintritt.
“Anspruchsvolle Unterhaltung zum Wochenendausklang” wurde versprochen, ein Klarinettist begrüßte mit Tango Etüden von Astor Piazolla und ein echter Kultursenator gab das Grußwort. Wie immer bei Politikern: als er sagte, er wolle aber gar nicht viele Worte verlieren, da war es schon zu spät.
Endlich Text: Birgit H. Lohmeyer-Hölscher, Krimiautorin mit gefülltem Büchertisch, gab das Startsignal und gleich einen blutrünstigen Bericht aus dem Millieu. Weiber und Helden eben. Gänsehaut. Vera Doneck enthüllte die Wahrheit über die Weltenformel. E=m*c2 ist nur anders formuliert für: beeil Dich, ich muss auch ins Bad. Dafür habe ich also 14 Semester Physik studiert! Schmunzeln, Lachen.
Die Männer waren für die Lyrik zuständig, Steffen Czech und Hartmut Lüke mit beziehungsreichen und fatalen Miniaturen der Zwischenmenschlichkeit.
Als Gast, “Wortreich” lädt sich in jedem Monat zum gewählten Thema einen Gast ein, war die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wismar Evelyn Untrieser eingeladen. Ein kurzes Interview, dann las sie Texte von Regine Gisland-Krüger aus Dortmund (!) vor. Sehr nahe gehende Texte vom Überleben in gesellschaftlichen Nischen, mit Freundschaft und wenig Geld und von dem was die Straße bietet.
Schöne Idee: alle Autoren präsentierten ein Buch, das sie selbst gelesen hatten als Literaturtipp. Auch schön: zum Abschluß durften die Zuschauer je ein Wort aufschreiben und in einen Zylinderhut werfen. Ein Wort wurde gezogen, Vollrausch, darüber schreiben die Autoren zur nächsten Lesung einen Text.
Noch mal Klarinette, Roman Samsovici, diesmal mit Mozart.
Der Besuch hat sich gelohnt, sehr sogar, ich werde ganz sicher wieder mal nach Wismar fahren, wenn Wortreich liest. Und wenn ich dort bin, wenn gerade keine Lesung ist, ins wunderschöne Café Alte Löwenapotheke gehen.
Die weiteren Termine von Wortreich 2008: 6. Juli (nur ein Spiel), 3. August (Hoffnung. Los), 7. September (was zählt), 5. Oktober (das Wissen im Herbst), 2. November (nach Süden) und 7. Dezember (Zweite Ankunft).


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