Monatsarchiv für Mai 2008

 
 

Das Sportfest in Bildern

Die Strategen von Schmalz und Marmelade

Absolut unverzeihlich ist diese Verspätung: Endlich sind die Bilder online, für die erhebliche Verzögerung bitte ich um Entschuldigung. An den Fotografen lags nicht.

Das Sportfest in Bildern (Fotos: Konrad und Ulli Wille)

Tief im Westen: Videos auf YouTube

Mann, war das ein Hall. Da, im Förderturm in Bönen. Am 27. April 2008. Jetzt beim Anschauen der ersten Videos wieder festgestellt. Hier sind sie: 2 x Daniel, 1 x thom* von erdnussbuttercreme. Es sollen noch weitere folgen.
Danke aus Schwerin!

Daniel Schinzig: Wald ohne Ausgang Teil 1:

Daniel Schinzig: Wald ohne Ausgang Teil 2:

Herr thom*: Flensburg zu nass:

Sportfest: Andersen Storm las und sang

Schneller, höher, weiter

und

So schnell kannst du nicht laufen


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Sportfest: Frau jules las

Lauf durch die Haumstädter Rummelsberge

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Sportfest: Herr ivalo las

Jogginggedanken: Fit mit VMD

und

0:0

und

Spargelstecher sucht


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Sportfest: Herr thom* las

Platsch! oder Der Sandmann beim Langstreckenschwimmen (Zum ersten Mal am 14. August 2005 bei Schwerin-Schwerin veröffentlicht)


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Sportmeldungen des Tages

TSV 1899 Hoffenheim gelingt Aufstieg in die 1. Fußball Bundesliga

MSV Pampow II – Neumühler SV 2:1

Zuschauerauswahl gewinnt gegen Schmalz und Marmelade 7:4 und sichert sich den Schmalz und Marmelade-Gedenkpokal

Oliver Kahn gibt seinen Bundesligaausstand

Neuer Titan besteigt den Schweriner Sporthimmel: Herr ivalo gewinnt souverän den Literarischen Vierkampf

Schwerin (SuMPA) – Am heutigen Sonntagmorgen bestritt die Schweriner Lesebühne Schmalz und Marmelade vor 52 Zuschauern in der Neumühler Sportarena ihr Literarisches Sportfest. Die stimmlich gehandicapte und heute literarisch zur Passivität verurteilte Frau nadine führte in einer souveränen Aktion die Fahrradgruppe aus der Altstadt nach Neumühle. Die Favoritin Jana Lux aus Schwerin gewann dabei mit 22 Punkten die Bergwertung. Die Gruppe kam im geschlossenen Feld in einem spannenden Finish nach nur 22 Minuten ins Neumühler Ziel. Nur wenige Minuten später traf auch die Sprintgruppe ein. Herr ivalo hatte alle abgehängt! Er bewältigte im Alleingang die Strecke vom Schweriner Ziegenmarkt zum Sportplatz am Wasserturm in nur 57 Minuten und 33 Sekunden.
Frau Jules übernahm das Aufwärmtraining mit den Mannschaften und den Zuschauern. Zungenbrecher wurden fehlerfrei im Chor aufgesagt. Dabei glänzte die eindeutig gut aufgelegte Delegation der Theatergruppe am Goethegymnasium, die später auch zur Zuschauerfußballmannschaft gehörte.
Fünf Zuschauer forderten das Schmalz und Marmelade Team zum Spiel mit der Lederkugel. Mit einem denkbar knappen 4:3 ging es in die Pause. Das Schmalz und Marmelade Team konnte sich bei seinem Torwart Herrn thom* bedanken, dass es nicht zur Pause schon uneinholbar zurück lag. Mit Traumparaden fischte er einige Unhaltbare, darunter 3 Hundertprozentige aus dem Winkel. Stürmer Andersen Storm und Linksaußen Michael “Accori” Milz sorgten mit 3 Traumkombinationen für die Treffer des Literatenkollektivs. Die Abwehr mit Frau “Tag des Mädchenfußballs” Jules und Herrn ivalo war sichtlich überfordert.
In der Halbzeitpause sorgte das Lesebühnenquartett mit dem plauderhaft charmanten Sportkommentator Christoph Kümmritz für kurzweilige Unterhaltung und gute Laune. Texte wurden zelebriert, exotische Sportarten präsentiert und ein Literarischer Vierkampf veranstaltet.
Spannung pur, Literatur in 4 Disziplinen:
Fußballregelnschnelllesen: Herr thom* nutzte die Verletzungspause von Frau nadine aus und entschied die erste Disziplin für sich.
Textschnellschreiben: ganze 2 Minuten hatten die Autoren Zeit die 5 von den Zuschauern vorgegebenen Begriffe, Donaudampfschifffahrtsgesellschaftsoberkapitänspatent, Spargelstecher, Wirtschaftsprüfer, Vertikutierzeitpunkt und Blödmann zu einem Text zusammenzuschmieden. Entscheiden sollte der Applaus der Stadionbesucher. Diese Disziplin wurde draußen begonnen und nach einer kleinen Regenunterbrechung im Vereinsheim fortgeführt. Das beeinträchtigte die gewaltige Stimmung jedoch nicht, die Zuschauer stimmten knapp für die Geschichte von Herrn ivalo vor der von Andersen Storm.
Souverän dann die Disziplinen 3 und 4. Das Beamtenmikado, wer sich als erster bewegt hat verloren und die fortlaufende Geschichte wurden dank der Meditationspraktiken und der Regeldefinitionshoheit von Herrn ivalo gewonnen.
In weiteren Texten berichtete Frau jules von einem Mitteldeutschen Dorflauf, Christoph Kümmritz nutzte sein immenses Insiderwissen und gab Sportleranekdoten preis, Herr thom* schwamm am wasserverdrängendsten und Andersen Storm sang so schnell, wie niemand laufen kann. Herr ivalo war Motivationstrainer am eigenen Leibe, kein Wunder, dass er den Vierkampf gewann!
Halbzeitpause vorbei.
Das Spiel geht in die zweite Runde, wir sind beim Stand vom 4:3, die Sonne steht hoch über der Neumühler Sportarena. Zwei kurze Unachtsamkeiten des Literatenteams, die waren wohl im Kopf noch in der Kabine oder bei ihren Texten, und es stand 6:3, dann 6:4: kurze Hoffnung, doch, Sekunden vorm Abpfiff das erlösende 7:4 für das Zuschauerteam. Der Pokal war errungen!

Eilmeldung: Herr ivalos Fahrrad wurde am Lankower See gesichtet. Der Sieg in der Laufgruppe wurde ihm daraufhin aberkannt, er wurde disqualifiziert und aus der Kommission “Fair im Sport” ausgeschlossen.

Das Schmalz-und-Marmelade-Lesekollektiv bedankt sich ganz herzlich bei seinem Gastgeber, dem Neumühler SV 1946 e.V., beim heutigen Sporteventreporter Christoph “Kümmi” Kümmritz, bei TV 19 Plus, die mal wieder die Ersten waren, die drüber berichten und bei allen, die uns geholfen und unterstützt haben. Und natürlich bei Ihnen, unseren Zuschauern, für die wir das alles überhaupt nur tun!

Kulturkonflikt

Ich mag ja Kultur, wirklich. Glaubt mir keiner? Doch echt. Aber manchmal, wissen Se, da isses mir einfach zuviel. Ehrlich. Und das sind dann gar nicht mal die Typen mit den Proseccos, die überall rumstehen und genau wissen, warum Hamlet am Ende sterben muss, die mir auf den Kranz gehen, oder die Literaten, die nie zuhören, weil sie aus Versehen den Stift ins statt hinters Ohr gesteckt haben… Nee, die alle sind es gar nicht mal. Manchmal ist es mir einfach zu viel. Zuviel Kultur. Zuviel davon in dieser Stadt.

Freitag, 16. Mai
Storm und thom* und Gäste
Lieder, Literatur, Faxen, Kram
Beginn: 20.00 Uhr
Ort: Zeppelin, im “Wurm”, Schwerin

Und dann sowas:

Freitag, 16. Mai
“Rum und Wodka” von Conor McPhersen
mit Martin Neuhaus, Musik: Oli Schneider, Bilder: Karen Obenauf
Beginn: 20.30 Uhr
Ort: werk3

Nee, da reicht’s mir dann einfach. Ich bin ‘ne Frau – ich weiß ja schon immer nicht, was ich anziehen soll. Jetzt muss ich auch noch überlegen, wo ich hingehen soll. Echt Leute. Kulturfuzzis!

(So, das war jetzt meine Anti-Hommage an all jene, die immer meckern, dass in Schwerin zu wenig los sei. Was ist eigentlich das Antonym von ‘Hommage’?)

Wort des Monats III

Mai: Nervennahrung

Tief im Westen: Daniel las

Am 27.4. 2008 lasen Herr thom* und Herr ivalo in einem Zechenturm in Bönen. Daniel Schinzig, als Bönener eigentlich eher Gastgeber, war Gastleser und trug folgende Texte vor:

Ein Unter-Tagebuch

Der Wald ohne Ausgang mit Eingang

Die irreführende Bedeutungslosgikeit unrelevanter Ereignisse

und

Eine dichterische Auseinandersetzung mit dem Autodiebstahl

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Schmalz und Marmelade: tief im Westen

Doch noch ein Rückblick.
Das Ruhrgebiet ist ja bekanntermaßen meine Heimat. Dort bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Auf dem Weg von der Schule nach Hause, nach Unna-Massen breitete sich das ganze Panorama des Ruhrgebiets vor mir aus, mit seinen Hochöfen, Zechentürmen, Autobahnen und Kraftwerken. Bebautes Land soweit das Auge reicht, mit Grüngürteln garniert.

Texte über das Ruhrgebiet und über sympathische Figuren die das Ruhrgebiet bevölkern trage ich ja regelmäßig auf den Sonntagslesungen vor. Doch nun sollte es sein. Der Herr thom* und ich, wir wollten es wissen: wie liest es sich nun drüben, tief im Westen, da wo Zechentürme zu Kulturpalästen umgebaut werden, wo Menschen keine Tagebücher sondern Untertagebücher schreiben? Dort wo man nicht in Schwerin, sondern auf Schwerin wohnt? Da wo 2010 die Kulturhauptstadt Europas wütet. Können wir mitwüten? Mögen die Menschen auch dort Schmalz und Marmelade auf ihr Sonntagsmittagsbrötchen?
Ja, sie mögens! Zumindest die, die sich reingetraut haben. Sonntagmittag in den Bönener Zechenturm, Kulturzentrum der Bürgerstiftung Zechenturm Bönen.

Förderturm Bönen

Gemeinsam mit Daniel Schinzig, einem jungen Nachwuchsautor aus Bönen und Lesebühnendebütant gestalteten wir drei Leseblöcke, ganz analog zu unserem üblichen Sonntagsprogramm, umrahmt mit Musik. Überraschung: “Ah, Ihr kommt aus Schwerin? Lustig, ich hab Abi auf dem Goethe gemacht!” (Constanze Kästner an den Tasten).
Ost-West war unser Aufmacher von dem wir uns ganz leise, still und heimlich wegbewegten. Daniel hat uns dann endgültig alle verwirrt, als er von einem Wald ohne Ausgang mit Eingang berichtete, der Ost und West zusammenbringen sollte, aber nur, wenn man dort ein Haus mit Ausgang ohne Eingang reinbaut. Oder so. Ich habs nicht verstanden, weil ich dauernd lachen musste.

Herr thom* sang herzerweichende Shanties von Kapitänen auf dem See, las Jolanda, ich las Kalle und Unna-Massen, wir schmissen die Gaswärmestrahler an, denn drin wars ganz schön kalt. War ja gerade erst Ende April und gerade jetzt erst begann es draußen warm zu werden. Eine Wahnsinnshalle mit Stahlträgern und irre hoch. Schwierige Akkustik aber gewaltig. Constanze brachte Wiebke an der Querflöte und einige Melodien aus Musical, Ragtime und Jazz mit und im zweiten Block beglückte uns Tim Bücher mit geschmeidig jazzigen selbstkomponierten Liedern an der Gitarre, Songwriter-Stil? Egal, der Mann, gerade mal 16, wird berühmt. Musste dann nach dem zweiten Block wegen Klausur am nächsten Tag weg. So ist das Leben und die Kunst.
Schade: nur etwa 20 Besucher waren dort, 50 Brötchen blieben übrig.
Schön: wir sind für April 2009 schon wieder eingeladen, Ruhrpotttournee Nr. 2 im Zechenturm in Bönen.


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