Nebenan: Herr Storm las

Nebenan (Zwei Socken – rechter Fuß)

und

Ich schreibe einen Brief

Nebenan (Zwei Socken – rechter Fuß)

Ich bin eine rechte Socke. Ja, das sage ich nicht ohne Stolz. Eine rechte Socke zu sein, ist mindest ebenso ehrenhaft, wie eine linke Socke zu sein. In den gleichen Stiefeln stinkt ein jeder Fuß. Außerdem hat mein Träger ja nun mal zwei unterschiedliche Füße. Einen rechten und einen linken. Ich finde das Konzept nun eben auch nicht so besonders gut. Meinetwegen könnten das auch zwei rechte, oder zwei linke, oder auch zwei neutral-mittige Füße sein. Hat er aber nicht. Man soll ja nun nicht von einem Fuß auf den anderen schließen, aber ich glaube mein Nachbar sieht das auch so. DEN kann man nicht mittig-neutralen Fuß nennen. Beim besten Willen nicht. Der hier ist ein rechter.

Und wie der riecht…

Morgens geht’s ja noch. So ein bisschen Nachtschweiß steckt unsereiner ja weg wie nichts. Montags jedenfalls, wenn wir frisch getrennt werden. Und frisch riechen. Dann heißt es: Leb wohl, du linke Socke. Ich muss jetzt unter Tage ins Feuchtbiotop. Ich bin nun echt ´ne rechte Socke, voll nach rechts ausgebeult. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Das Loch ist dort, wo es hingehört: am großen Zeh. Ja, der mit dem scharfen Nagel.

Manchmal komme ich trotzdem mal einen Tag nach links. Dann wird mir ganz anders. Das Biotop ist ähnlich, aber eben nicht gleich. Der linke Fuß müffelt noch mehr, finde ich. Mein Kollege, falls ich dem wieder zugeteilt werde nach dem Wochenendkarussell und der Luftdusche, mein Kollege ist auch rechts. Jedenfalls der von dieser Woche. Letzte Woche der war links, aber der hatte auch eine andere Farbe. Jedenfalls Montag noch; nach dem Karussell am Wochenende nicht mehr. Da sind wir alle… so…, sagen wir mal, grau. Dann werden wir luftgetrocknet und danach lustlos in Paare gewickelt. Aber wenn man Glück hat, kommt man mit jemandem aus dem gleichen Stoff zusammen. Und mit noch mehr Glück mit jemandem vom anderen Fuß. Eng aneinander gekuschelt liegen wir im Schrank. Einfach schön. Bis wir dann wieder raus müssen: an den Fuß und rein in den Schuh.

Schuhe sind ein eigenes Thema, Füße sind schon schlimm – aber Schuhe… Außen hui und innen… Aber bevor ich da jetzt politisch werde, hör ich lieber auf.

Ich schreibe einen Brief.

Liebe Nadine,

bei der letzten Lese, als du nicht da warst, hat der Herr ivalo eine sehr kurze Geschichte vorgelesen. Nur zwei Sätze. Das hat mich sehr beeindruckt. Effizienz finde ich Klasse. Beim nächsten Mal, also heute, will ich das auch versuchen.

Geht los: „Herr Storm, Herr Storm, nebenan schlagen sich die Intellektuellen mit den Provinzlern. Na hoffentlich gewinnen unsere.“

Und dann mal gucken wer da lacht und warum nicht…

Was meinst du, ob so was Kurzes bei mir auch funktioniert?

Liebe Grüße
Andersen

PS: Wenn dieser Brief online ist, schreibe ich dir noch den Link dazu.


 
 
 

Ein Kommentar zu “Nebenan: Herr Storm las”

  1. der maschinist
    14. April 2008 um 23:01

    ich lach für die PROVINZLER

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