Mit fremden Federn geschmückt

Kennen Sie das? Man schlägt die Zeitung auf, liest hier und da, weil es grad nichts besseres zu tun gibt und plötzlich fällt einem die Kinnlade auf den Bauchansatz. In diesem Fall war es ein Artikel der SVZ über den Kulturbund und seine Aktivitäten, der mich baff erstaunt zurückließ. Und mich immer noch rätseln lässt, wessen Realitäten da ganz ungeheuer auf dem Kopf stehen.

Im Kulturbund, lese ich nämlich, gäbe es die Lesenester, die unter anderem einmal im Monat mit Schmalz und Marmelade junge Texte auf die Bühne bringen.

Nun weiß ich aus eigenen Verfehlungen, dass Redakteure manchmal nicht genau zuhören und Unsinn schreiben. Aber Redakteure denken sich nichts aus. Sie schreiben über Dinge, die ihnen erzählt werden. Hat also, so folgere ich messerscharf, jemand vom Kulturbund der SVZ erzählt, dass man die Lesenester veranstalte und darüber hinaus maßgeblich an Schmalz und Marmelade beteiligt sei. Verdammt und das stimmt nicht. Unfug, Nonsens, mit fremden Federn schmückt sich der Kulturbund da…

Und weil ich schon immer mal ein Dementi schreiben wollte, tu ichs jetzt.

Ich erkläre hiermit (Hand aufs Herz und ernst gucken), dass Schmalz und Marmelade noch nie mit jemandem vom Kulturbund zu tun hatte, nie eine Förderung durch den Kulturbund erfahren hat und niemals für den Kulturbund oder im Auftrag des Kulturbundes gearbeitet hat. Schmalz und Marmelade gibt es, weil Oliver Hübner die Idee hatte, sie zusammen mit Julia Gräfner, Sophie Kirschke, Jan Tißler, Nadine Bähring und mir umsetzte und nun schon seit Juni 2006 zusammen mit vielen Helfern am Leben erhält. Und den Speicher, den haben wir schon seit einiger Zeit gegen den Freischütz als Spielort eingetauscht

Die Lesenester wiederum sind eine Initiative des Goethe-Gymnasiums, die Schmalz und Marmelade gern unterstützt, nicht umgekehrt. Leider sind die Lesenester im Moment mehr oder weniger eingeschlafen, weil es niemandem gelungen ist, andere junge Schreibende als die der Theatergruppe am Goethe-Gymnasium für die Idee, ihre Literatur aus den Schubladen zu holen, zu begeistern. Die Lesenester wurden im vergangenen Jahr zwar vom Kulturbund umworben, aber da es keine Berührungspunkte und kein Engagement des Kulturbunds für die Sache gab, ist es falsch und unredlich von den Damen und Herren, sich die Lesenester auch nur irgendwie auf die Fahnen zu schreiben.

Jetzt werden Sie sich zurecht fragen, warum ich mich so ereifere – schließlich ist ja niemandem ein Schaden entstanden und der Kulturbund ist ja auch keine böse Organisation, von der man sich distanzieren müsste. Das ist zwar prinzipiell richtig, aber ich bin – mal muss es ja gesagt werden – recht stolz auf das, was wir aufgebaut haben und reagiere entsprechend allergisch, wenn sich jemand mit unserer Arbeit schmückt. Und ich frage mich, wie jemand auf die Idee kommt, so billlige Unwahrheiten in die Zeitung schreiben zu lassen. Weil er oder sie denkt, dass es nicht rauskommt? Bitte? In unserer kleinen Stadt? Neee, nee, ne… Sachen gibts.

Natürlich habe ich versucht, den Kulturbund für eine Stellungnahme zu erreichen, aber leider habe ich niemanden ans Telefon bekommen.


 
 
 

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