13. Januar: Kunst der Stunde mit Martin Molter
Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen],
volle Pulle reinrutschen in das Jahr 2008 – das ist keine Kunst. Das geht ganz einfach und beeindruckt niemanden. Es sei denn, man stirbt zufällig am 31. Dezember 2007 – dann müsste schon Glatteis sein unterm Leichenwagen zwischen 23.59 Uhr und 0.01 Uhr. Aber der ganze Gedankengang ist ja völlig absurd. Und geschmacklos.
Kunst ist Waffe. Das zeigen Krimis aus der Kunsthändlerszene. Da gehen teure und schwergewichtige Skulpturen auf blonde Damenhäupter nieder und am Ende wars der Galerist. Oder der verrückte Künstler. Das verkannte Genie. Der von seiner Studentin verlassene Kunstprofessor. Oder so…
Kunst kommt von Können – hat mein Großvater immer gesagt. Andy Warhol war anderer Meinung, aber den kannte mein Großvater nicht. Leider… New York, Ende der 60er, und mein Großvater diskutiert, zugedröhnt, Nico im Arm, zu den Klängen von Velvet Undergrounds “Heroin” mit Andy Warhol über seinen Kunstbegriff. Das wärs. Aber neinein. Ende der 60er war mein Großvater in Morgenröthe -Rautenkranz Brigadier eines unbedeutenden Malerkollektivs. Und nicht zugedröhnt in New York.
Ich schwadronier hier rum, dabei versteh ich nichts von Kunst. Wenn ich etwas im praktischen Alltag offensichtlich Nutzloses sehe, dann frag ich mich, ob es Kunst ist, ja, aber dass ich etwas erkennen könnte und zu sagen wüsste, für alle gültig, das sei Kunst… Ich hab auch noch nie einem Künstler beim Kunstschaffen zugeguckt. Aber das kann ich ja nun nachholen. Auch wenn mich Martin Molter sicher böser anrunzeln würde, wenn ich ihn hier Künstler nannte. Der Martin Molter nämlich malt für uns, live. Am kommenden Sonntag, 13. Januar, 12 Uhr im Freischütz. Und hinterher gibts für einen Gast ein Bild. “Kunst der Stunde” heißt Schmalz und Marmelade Nummer 17.
Für alle, die E-Mails Texte nur überfliegen, hier der Blickfänger mit den Fakten:
13. Januar,
Kunst der Stunde
Freischütz (jetzt noch rauchärmer)
11.30 Uhr Frühstück
12 Uhr Frühlese
Gast: Martin Molter
Musik gibts übrigens auch wieder. Überraschung.
Mögen uns die Winde künstig sein,
i.A. Herr thom*

