Monatsarchiv für September 2007

 
 

Warnung, nicht nachahmen!

Wohin hemmungsloses Jonglieren führen kann!
Als Schmalz und Marmelade-Jonglierbeauftragter sehe ich mich verpflichtet auf die Gefahren des Gegenständewerfens-und-Fangens hinzuweisen. Wer sich also inspiriert durch unsere Lesebühne 3 Bälle gekauft hat und diese keine Sekunde mehr aus den Fingern legen kann, hat hier die letzte Chance der Sucht zu entsagen, bevor so etwas passiert:

Juggling – TakeOuts Berlin 2005

Geil!

Geburtstagsgrüße aus
dem Architekturtempel

Wir haben hier ja schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass Schmalz und Marmelade undenkbar wäre ohne die vielen Helfer im Hintergrund und ohne unsere Gäste der ersten Stunden. Ohne erstere gäbs weder Schmalz noch Marmelade, noch Fotos oder Internetseite – ohne letztere hätten wir bereits nach ein paar Lesestunden entmutigt das Handtuch geworfen.

Gestern durften wir uns auf die uns eigene Weise revanchieren: Wir waren in einem innenarchitektonischen Kleinod zu Gast, um Geburtstagsgrüße auf ein Videoband zu bannen. Dazu wurden wir erst in eine Kammer gesperrt, durften danach in gefühlten 40 Metern Höhe eine gläserne Brücke bezwingen, um schließlich über edelhölzerne Treppen mehr oder weniger elegant in einem Wohnzimmer genannten Tanzpalast zu landen. Dort gabs vier Geschichten, etwas Faxen, etwas Kram und für uns viel zu lachen. Seltsames Drehbuch – ich weiß. War aber großartig.

Notiz an mich: schmalzundmarmelade@home organisieren. Idee: Die Gäste bleiben zu Hause und wir kommen für die Lesung vorbei. Schlagen uns den Bauch voll und erzählen Geschichten. Perfekt.

Schmalz und Marmelade liest um die Wette

Zur Idee von Schmalz und Marmelade gehört von Anfang an, dass wir Kontakt suchen zu Künstlern in unserer Stadt, zu interessanten Menschen und auch zu Lesebühnen und Literaturvereinen in der Region. Das klingt wie aus einem Werbeprospekt – ist es auch.

Nun müssen wir den Begriff “Region” etwas weiter fassen, denn wir sind eingeladen worden zum “LiMa – dem ersten Literaturbühnenfestival Mitteldeutschlands”. Der Magdeburger Kulturanker e.V veranstaltet zusammen mit dem Schauspielhaus Magdeburg eine Bestandsaufnahme mit Wettbewerbscharakter. Am 25. und 26. Oktober lesen dafür zehn Lesebühnen um die Wette – in einem Endausscheid am 27. Oktober wird ein Sieger gekürt.

Obwohl mir persönlich Wettbewerbe im Hinblick auf Literatur und Faxen und Kram ja nicht so liegen, lockt einfach die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen zu treffen und dabei mal gucken zu können, was die anderen so treiben. Leider können wir nicht in voller Besetzung auflaufen – nur zwei Protagonisten aus jeder Lesefraktion dürfen auf die Bühne. Nach einer kurzen Kissenschlacht waren wir uns einig, dass Herr ivalo und ich, also der Herr thom*, nach Magdeburg fahren, auch wenn wir uns ohne Frau jules und Frau nadine mächtig amputiert vorkommen.

Schützenfest: Frau jules las

Wildschwein

“Schützenkönig 1″

“Schützenkönig 2″


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11. November: Schmalz und Marmelade im Capitol

capitol.jpgGute Nachrichten müssen rausgesprustet werden. Da gibts kein Halten. Gute Nachrichten drängen sich quasi vom Kopfe abwärts in die Finger und meißeln sich selbst in die Tastatur:

“Großes Kino”, also die Schmalz-und-Marmelade-Lese am 11. November, wird eine Gastlese im Capitol. Also in DEM Capitol. Also DAS Capitol präsentiert “Großes Kino” mit Schmalz und Marmelade. Hammer, oder? Ich mein, das ist das Kino in dem ich zum ersten Mal den Arm um ein Mädel gelegt hab. Wir haben uns buchstäblich jeden Film des realsozialistischen Kinoprogramms angeguckt und konnten uns hinterher nie so richtig erinnern. In den 15-Uhr-Vorstellungen saßen selten andere Leute – erst Recht nicht in Filmen von rumänischen Staatsfilmern. Und nu machen wir da Faxen.

Am 14. Oktober aber gehen wir erstmal zum Sehen und Ernten in den Schützen

Schützenfest-Rückblick: High noon in Schwerin city

High noon in Schwerin city
Oder: Die wilde 13

Ein Schützenfest wollten wir mit Ihnen feiern, liebes Publikum, eine Schussfahrt in die neue Saison sollte es werden.
Herauskam ein Showdown um 12 Uhr Mittags, mit vier Helden, die hereingeritten kamen in den Saloon auf einer musikalischen Welle, bereit mit Gags zu feuern und Pointen zu schießen. Der “Freischütz“ war bis auf den letzten Platz gefüllt – das freute uns sehr, duellierten wir uns an diesem Tag doch mit Altstadtfest und dem Tag des offenen Denkmals.
Pünktlich um 12 und ganz westernmäßig durften Sie aber erst einmal auf uns, die Tells, schießen, bevor wir an unserem Festtisch Platz nahmen. Begleitet wurden wir vier Leseschützen von unserer Schützenkapelle für diesen Tag: von dem Saxophonquartett der Stadt.
Herr thom* läutete das Schützenfest ein mit einer galoppierend schnell erzählten Kurzfassung des “Freischütz“, gefolgt vom Medieval Action Adventure von Frau nadine, das wiederum direkt überleitete zur Geschichte des Herrn thom*, in der er davon berichtete, wie er, ganz shootermäßig, mit zwei unbekannten Helden – dem Fatalisten und dem Berliner – das Schlaraffenland erobern wollte.
Frau jules erzählte uns vom Kugel und später Hoffnung durchbohrten Schützenkönig, und Herr ivalo erklärte, warum Regentropfen es verdient hätten zu Königen gekrönt zu werden, warum diese Ehre bisher jedoch noch nie einem Regentropfen zuteil wurde. Nach dem “Wildschwein“ von Frau jules ging es dann – mit Blasmusik – beschwingt in die Pause.
Nach der Pause betrat unser Schützenkönig und Lesegast, der Schweriner Schauspieler Andreas Lembcke, den Schützenplatz und erzählte uns vom Erlegen einer Currywurst, liebenden Rittern in quietschenden Rüstungen und sang ein traumhaft schönes Lied über Hansa Rostock.
In den dritten Leseblock schritten wir – den mussten wir uns dann doch noch geben – zum Jägerchor aus Carl Maria von Webers “Freischütz“ ein.
Herr ivalo bot – die Besucher der Kochlese mit Horst Matthies werden sich an seine monovokalischen Texte erinnern – ein Bivokalisches Schützenfestgedicht feil, während Frau nadine der Schweriner Wirtschaft huldigte, Frau jules ihren zweiten Schützenkönig krönte und Herr ivalo über das einzig wahre Schützenfest für einen ostwestfälischen Fußballfan sinnierte: das Schützenfest in Dortmund. Herr thom* ließ zum krönenden Abschluss noch einmal “Helga“ musikalisch wiederauferstehen, um sie dann – “Schuss“ – vermittels Liedende zu erlegen.
Das Publikum dankte es mit reichlich Applaus – hatten wir wohl mit diesem Saisonauftakt ins Schwarze getroffen. Für die Schweriner Lesebühne war’s die 13. Frühlese – kein Grund, abergläubisch zu werden. Für Sie war es hoffentlich einer der schönsten literarisch-musikalischen Shoot-outs der FilmSchützenfestgeschichte.

Schützenfest: Frau nadine las

Eine Hommage an die Schweriner Wirtschaft

Schützen fest: Medieval Action Adventure im Mehrspielermodus mit Option zum Finishing Move


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Schützenfest: Herr thom* sang und las

Der Fatalist, der Berliner und ich

Helga

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Schützenfest: Herr ivalo las

Schützenfest, ein bivokalisches Gedicht

Schützenfest in Dortmund

Regen, der auf Holland fällt

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Gleich gehts lohos

In die neue Schmalz-und-Marmelade-Saison nämlich…

Rauf aufs Pferd.

Momentaufnahme

Foto: Christiane Zenkert / nordost-art.de

2. September: Saisonauftakt außer der Reihe – Der Rückblick

Oder: That’s what friends are for…

Eine “klitzekleine” Auswertung solle ich schreiben, sagte der Herr thom*. Hmm… er hätte auch Lehrer werden können, der Herr thom*. Denn eine klitzekleine Auswertung, wo wir – Sie, liebes Publikum, und ich – doch alle wissen, dass ich nichts lieber tue, als ein paar mehr Worte zu machen um die Dinge, die mich bewegen. Nun gut, Herr thom*, ich versuch’s:

Also wir waren da, an diesem frühherbstlichen Spätsommersonntag, in Barnin, und wir wollten uns ja eigentlich mit diesem kleinen Picknick außer der Reihe bei Ihnen bedanken, bei Ihnen, unseren Freunden, unserem Publikum, unseren treuen Gästen, fleißigen Helfern, tapferen Schmalzvertilgern… Eigentlich. Aber dann waren da auch noch Axel Göttsch, in dessen Kulturscheune vom Atelier am Barniner See wir zu Gast sein durften, dessen blaue Bühne uns die schönste Picknickwiese war, die man sich vorstellen kann! Und Sannah, die ganz oft hin- und herrannte, damit auch alle Gäste einen Teller hatten und frischen heißen Kaffee und Stühle und Tische; und dann war da noch die Weltreisende Maschi, extra angereist, um fleißig Marmelade umzuschichten, bis die Gläschen platzten, Anderson Storm, der für Sie und uns die Bretter der wunderbaren blauen Picknickwiese zum Erbeben brachte mit seinen Liedern; und Carlo, unser Live-Pianist, in den sich doch glatt Frau Jules fast verliebt hätte; und da waren die Wortlichter, das treueste Publikum der Welt und ihre Improtheater-Gäste von ImProgramm und Impromptü… Kurz: dann waren da schon wieder so viele Helfer und Freunde und Stammgäste, dass wir glatt nächsten Sonntag gleich noch mal mit Ihnen dankeschönpicknicken müssten. Aber da es draußen langsam kalt wird, gehen wir lieber rein. Am 9. September, in den Freischütz. Um 11.30 Uhr. Mit Ihnen.


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