Reiselese im Freischütz am 10. Juni
Liebe/r [hier bitte selbstständig den eigenen Namen lesen]
gehen wir doch einmal rein sprachlich vor: “reisen” das beinhaltet das Wörtchen “Eis” – vielleicht eine Erklärung dafür, dass mich meine Eltern solange der Trabant noch neu und Ausfahrten aufregend waren, an jedem Wochenende in die Eisdielen der Region entführten. Und auch die FDGB-Urlaube wurden in der Regel so geplant, dass sich unterwegs die eine oder andere Speiseeisverkaufseinrichtung anfahren ließ. Küchenpsychologisch gesehen erklärt dies meine Abneigung der kalten Süßigkeit gegenüber.
Aber im Wort “reisen” haben wir auch “Reis” – vielleicht eine Erklärung dafür, dass wir den Ostasien-Fahrer Fabian Lambeck bei uns zu Gast haben, an diesem schönen 10. Juni, ab 12 Uhr, im Freischütz am Ziegenmarkt. Fabian Lambeck gehört zu den Menschen, die es nahezu magisch an diejenigen Orte zieht, die wir wegen der Nachrichtenlage meiden. “Nach Lanzarote kann ich, wenn ich alt bin”, sagt der 30-Jährige. Und weil der Herr Lambeck auch noch Journalist und Autor ist, hat er seine Reisen aufgeschrieben.
Jagen wir einmal alle Konsequenz in diesem Text zum Teufel, dann erkennen wir weiterhin, dass Reisen in der Regel damit zu tun hat, Neues zu entdecken – neue Länder zum Beispiel. Und Neuseeland wiederum, das wissen Sie bestimmt, hat seinen Namen eben daher: Es war neues Land. Nur dummerweise waren die Entdecker Legastheniker oder die Datenübermittlung funktionierte damals noch wie ein Stille-Post-Spiel – jedenfalls ist über die Jahre aus “neues Land” Neuseeland geworden. Manja Graaf hat dieses neue Land bereist und mitgeschrieben. Auch sie wird unser Gast sein am 10. Juni.
Doch zurück zum Wort Reisen: “isen” steckt, wenn auch etwas versteckt, im Worte drin und damit schlagen wir gekonnt den Bogen zu unserer mecklenburgischen Heimat. “Isen” ist nämlich der entscheidende Teil des plattdeutschen Wortes “Isenbahnboomupendahldreier” – Schrankenwärter, sagt der Hochdeutsche dazu. Und in Sache Reisen ist der Isenbahnboomupendahldreier ja so etwas wie Bremser und Beförderer in einem: Er bremst den Verkehr um dem Reisen auf Gleisen Schneisen zu schlagen. Philosophisch gesehen ein höchst interessanter Beruf.
Weil sich “Reisen” auf “Meisen” reimt, darf ich Ihnen noch davon berichten, dass ebensolche es ganz und gar nicht abwegig finden, in meinem Wohnzimmer zu frühstücken. Ehrlich! Aber das hat mir der Reiselese am 10. Juni, ab 12 Uhr, im Freischütz am Ziegenmarkt, nichts zu tun.
Im Namen meiner Lesekolleginnen und Kollegen bleibt mir nun nur noch, Sie ganz herzlich für den 10. Juni in den Freischütz einzuladen. Es wird die letzte Sonntagslese vor einer Sommerpause, die zwei Monate währt – im September sind wir dann wieder für Sie da.
Und für alle, die – egal wie lang ein Text ist – nur das Fettgedruckte wahrnehmen, hier noch einmal alles im Überblick (inklusive eines langen Titels).
Sonntag, 10. Juni 2007
Freischütz am Ziegenmarkt
“Olivers Reisen: Mit Jules Verne und Thomas Cook auf der Bähring-Straße durch Sophies Welt”
11.30 Uhr Türen auf mit Schmalz und Marmelade
12 Uhr wird losgelesen
Herzlich,
Herr thom*
PS: Den Text bis zu Ende gelesen zu haben, befreit nicht von der Notwendigkeit persönlichen Erscheinens.


5. Juni 2007 um 19:07
[...] der Sommerpause haben. Würde ich auch gerne tun. Fußball, kreisliga, nachgetreten Druckversion Beitrag bewerten: Bislang keine Bewertungen Leser, die diesen Beitrag gelesen haben, lasen auch … Noch einen Punkt bis zum Aufstieg … Schwerin kann froh sein! … Aufstieg aus eigener Kraft jetzt möglich … Finalkampf (mit theoretischem Aufstieg) … Wir wollen aufs Brett [...]