Lug und Trug – Herr thom* sang und las
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Fischfreund Schwerin. Dem Barsch den Arsch retten
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Der Aprilscherz
Es geht mir gut, liebe Leser. Die Wunde ist fast verheilt und die Ärzte und Schwestern sind sehr nett zu mir. Der Mechaniker sagt zwar, dass ich mich mit dem Totalschaden abfinden muss, aber er sagt auch, dass die Bergung erfolgreich war und er bereits einen guten Preis mit dem Mann aus Georgien gemacht hat. Mein Computerspezialist hat mir einen MP3-Player vorbeigebracht mit dem Song „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“. Er ist ein durchaus humorvoller Mensch und ich denke, er will mir sagen, dass die hundsteure Datenrettung in meinem Fall keinen Erfolg hatte. Naja… ich hatte erst knapp zwei Jahre an diesem Roman gearbeitet.
Vielleicht habe ich bei meiner Frau aber auch ein wenig übertrieben. „Der Frühling ist die Zeit für einen Neubeginn…“, schreibt sie und „PS: Deine Gitarre hat plötzlich Feuer gefangen. Endlich!“ Sachen gibts…
Wissen Sie, meine Frau und ich, wir necken uns schon seit wir uns kennen. Da wird hier nach Gewichten für die Wasserwaage gefragt und da der Salzstreuer aufgedreht… Das geht den ganzen Tag so… Scherze halt.
Ich gebe zu: Es war nicht sehr nett, dieses Lied über all ihre Macken ausgerechnet bei ihrer offiziellen Geburtstagsfeier zu singen. Aber die Strophe, in der ich ihre Schlafgewohnheiten kommentiere, kam sehr gut an, auch bei ihrem Chef! Und der neue Spitzname, den sie nun im Büro hat, der ist doch eigentlich ganz in Ordnung: „Schlafi“, nennt man sie, wegen des Refrains. „Schlafi, zähl mit mir Schafi“, sing ich in dem Lied viermal hintereinander. Hab ich mir selbst ausgedacht!
Dass etwas nicht so ist wie immer, an diesem 1. April, ahnte ich, als in meinem Arbeitszimmer die Tastatur zwei Zentimeter weiter links stand. Sicher war ich dann, als nach dem Starten des Computers auf meinem Bildschirm ein kleines rundes Wesen auftauchte, und alle meine Dateien fraß. Nach zehn Minuten war der Bildschirm schwarz. Ganz und gar schwarz… die Arbeit von zwei Jahren zur Hölle…
Der Computerspezialist meines Vertrauens ging nicht ans Telefon, also warf ich den Rechner in den Kofferraum und gab das Ding in seiner Werkstatt ab. Auf der Rückfahrt am Paulsdamm klemmte auf einmal das Gaspedal, die Bremse versagte und das Lenkrad war ganz lose und ich drohte ungebremst mit 120 Sachen in die Leitplanke zu rasen. Ich entschied mich für den Kanal… Mein Wagen! Mein geliebter Wagen… Im See!
Es geht mir gut, liebe Leser. Als ich aufstehen wollte, kamen sofort ein paar Pfleger und haben mir diese Jacke angezogen. Die Schwestern hier sagen, ich würde mir das mit meiner Frau alles nur einbilden. Dabei hab ich doch gesehen, dass sie da war. Sie hat dem Oberarzt Geld gegeben. Das war, lassen Sie mich überlegen… Am 1. April 1995. Langsam glaube ich, sie übertreibt den Aprilscherz ein wenig.

