Jetzt kann Weihnachten kommen…
Wenn ein Boxer völlig zerschlagen nach dem Kampf den Gürtel der Ehre umbinden darf, gehts ihm gut. Stopp. Falsches Bild. Schmalz und Marmelade hat nichts mit einem Boxkampf gemein und eine Adventslese erst recht nicht. Von vorn: Wenn der Weihnachtsmann am Ende des Heiligen Abends die vielen Millionen Kinder beschenkt hat, wenn die Rentiere versorgt sind und das Lager geleert ist, dann gehts ihm gut, wie nie. Seine Schneekugel berichtet ihm von glücklichen Kindern und die paar Reklamationen lassen sich locker im Januar bearbeiten.
Was will uns der Pöt damit sagen? Nichts weniger, als das es für mich und das ganze Lesekollektiv ein toller Sonntag war. Etwa 40 Gäste ließen den Freischütz gut gefüllt wirken – 40 auserlesene Gäste, alle mit Prädikat und Gütesiegel und einer Aufmerksamkeit, die ihres Gleichen sucht.
Sie wanderten mit uns durch den Advent – vier Kerzen wurden entzündet, vierundzwanzig Türchen geöffnet und mit Domprediger Volker Mischok durften wir alle einen Gast begrüßen, der mit Feuer und dem berühmten Glänzen in den Augen seine Geschichte zu erzählen wusste. Danke, Herr Mischok, für den Grundkurs in Adventskunde, für die Weihnachtsgeschichte und Ihre fröhliche Weihnachtsanekdote. Hoffen wir, dass Ihr Adventskranz nicht in Flammen aufgeht, auch wenn Sie – wie wir gehört haben – daran gewöhnt sind.
Frau Jules war mit dem Herrn Sonntag unterwegs – weltentrückte Geschichten sind diese Herr-Sonntag-Stücke und doch ganz und gar hier und heute zu Herzen gehend. Herr Sonntag ist ein Guter…
Frau sophie, die wöchentlich in der Ferne weilt, widmete einen Text ihrer besten Freundin, ein anderer ließ die Hütte erzittern angesichts des Sex-Drugs-Rock´n Roll-Exzesses im Weihnachtskabinett.
Frau nadine hat für sich die Rolle des Singles aufs T-Shirt geschrieben – sie berichtete von dem berühmten Gegensätzen von Single- und Familienweihnachten und einem Weihnachtsbaumständerkauf mit erheblichen Investitionen.
Herr ivalo führte durchs Programm – eine Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist. Als alter Impro-Theater-Hase hat er da Übung. Seine Beiträge erzählten von einer persönlichen Inventur zum Ende des Jahres und einer äußerst ökonomischen Handhabung von Wörtern: Manchmal reicht eins für zwei Sachverhalte…
Ich hatte mir zwei Vierzeiler, eine gänzlich zweigeteilte Adventsreflektion und ein Lied vom Schenken in die Tasche gepackt
Wegen der Aufteilung in vier Blöcke dauerte die Adventslese etwas länger als die anderen Schmalz-und-Marmelade-Mittage. Aber, hey, jedes Adventsspecial im Fernsehen dauert länger als die normale Sendung. Auch wenn sich der eine oder andere bereits um 14.30 Uhr anderweitig verabredet hatte, blieb uns doch ein tapferer harter Kern von sicher 30 Gästen, der am Ende kreuz und quer und durcheinander ganze fünf Weihnachtslieder gleichzeitig schmetterte. Infernalisch! Infernalisch gut!
Na denne: Vielen Dank, liebes Publikum, liebe Gäste, dass Sie uns über die sechs Veranstaltungen dieses Jahres die Treue gehalten haben, bei der Stange geblieben sind und fest zur Fahne standen. Kommen Sie gut durch die Adventszeit, lassen Sie sich schöne Sachen schenken und Böller – ehrlich mal – brauchen Sie zu Silvester so nötig wie eine Mandelentzündung. Wir sehen uns am 14. Januar zum Thema Durst und Wurst – dann wieder im Speicher. Auch an das Freischütz-Kollektiv noch einmal besten Dank – dort sehen wir uns an den kommenden Sonntagen ab 17.30 Uhr zum Bratapfelessen mit Schallplattenunterhalter.


11. Dezember 2006 um 14:34
Mal wieder eine sehr sehr schöne Veranstaltung mit wirklich schönen Texten und Interpretationen selbiger. By the way: Wird es die Texte von Frau Sophie auch hier zu lesen geben?
Liebe Grüße
Euer Wiederholungstäter
11. Dezember 2006 um 15:27
Frau sophie hat fest zugesagt, Ihr Werk online zu stellen bzw. stellen zu lassen.
13. Dezember 2006 um 19:28
Erledigt.
24. November 2007 um 15:49
[...] …sei Ihnen dieser Rückblick noch einmal ans Herz gelegt. [...]