Monatsarchiv für November 2006

 
 

Ausflugslese

thom* liest fürs Fernsehen

Nachdem sich die Kernkompetenz des Schmalz-und-Marmelade-Lesekollektivs bisher eher auf Erwachsene bezog, hab ich am Mittwoch mal Kinder als Publikum ausprobiert. Und damit mir niemand nachsagen kann, ich hätte keinen Mumm, hab ich mich dabei auch noch filmen lassen. Auch das Scheitern will dokumentiert sein, hab ich mir gesagt, und wie soll ich denn aus meinen Fehlern lernen, wenn ich mich nicht dran erinnern kann. Waren also die Damen und Herren von schwerin.tv so nett, ihre Hypertechnik aufzufahren, nur um mir einen Lerneffekt zu bescheren.

Aprospos bescheren: Inhaltlich gings nach einem kleinen eigenen Text zum Warmwerden volle Pulle weihnachtlich zu. Schriftsteller Uwe Kant (Der kleine Zauberer und die große 5) hat drei zauberhafte Weihnachtsgeschichten spendiert – so zauberhaft, dass sich die Kinder bereits bei Erwähnung der ersten Wörter (Heute ist Heiligabend…) vor Lachen gar nicht mehr einkriegten. Jaaa… Gruppendynamik sach ich mal.
Später dann haben sich die Rangen recht frei entfaltet – aber mit kleineren Rollen Stacheldraht ließ sich die Technik vor größeren Schäden bewahren. Nein im Ernst: zauberhafte Kinder, zauberhafte Eltern und eine echt entspannte Aufzeichnung – alles gut. Allerdings bin ich, um die Kurzen bei der Stange zu halten, fast aus dem Lehnstuhl gehüppt. Das könnte im Fernsehen etwas aufdringlich wirken. Aber damit dürfte es ja prima zu  den übrigen Ritualen des Weihnachtsfestes passen.

Übrigens haben die Leute von schwerin.tv dazu entschlossen, die Sache zu senden. Am 1. Dezember gehts los – im Schweriner Kabel.

Google schlägt zu

Unbestätigten Meldungen zufolge plant Google eine Werbepartnerschaft mit dem Schmalz-und-Marmelade-Lesekollektiv. Die Koalition soll auf die Dezemberveranstaltung beschränkt sein und unter dem Titel Google Ad-vent vermarktet werden.

Advent, Advent, …

Der Herr ivalo hat schon mal geübt und dabei etwas geschummelt. Heute italienisch.

Advent Advent

Ein Kessel Kunterbuntes

Kunterbunt - Fred Astaire

Das war die harte Realität eines Samstagabends: links, weit links – ein Tisch mit Gästen. Direkt vor mir, ein eigens unseretwegen gekommener Mensch. Rechts, ganz weit rechts wohlwollende Bekannte und die Leute von der Bar. Im zweiten Raum aber weitab meines Gesichtsfeldes – noch ein Tisch mit Gästen. Später – ein freundlicher Nachzügler, ein Wiederholungstäter. Alles in allem gewöhnungsbedürftig aber mit Lichtblicken, sag ich mal…

Flugs wurde das auf 90 Minuten und zwei Pausen geplante Programm auf 40 Minuten eingedampft – dafür gabs hinterher feine Plaudereien in angenehmer Runde und das Angebot, an exklusivem Ort aufzutreten. Dazu ein andermal mehr.

Was gabs zu sehen? Eine glänzend aufgelegte Frau nadine in Plauderlaune, eine gewohnt souveräne Frau jules, Herr ivalo mit einem anderthalb Stunden jungen Text vom Fußballschauen im Fleutendörper Krog und ein paar Gelegenheitslieder von mir. Die Themenauswahl – natürlich bezogen auf die vergangenen Veranstaltungen – besorgte das Publikum, indem es aus einem verdächtig nach einem Ikea-Papierkorb aussehenden “Kessel Kunterbuntes” entsprechende Gegenstände wählte. Das Lesekollektiv nutzte aber auch die Chance, jede Menge Zeug aus den Schubladen unterzubringen, Texte, die bisher keine Verwendung fanden.

Am Schluss sagte einer der freundlichen Gäste noch mit einem Augenzwinkern, “Kunst is nix wert – gewöhnt Euch lieber dran.” Daran musste ich denken, als der Herr ivalo von unserer Millionen-Gage die Getränkerechnung bezahlte. Naja… verhandeln üben wir lieber nochmal.

Schüssel Schlüssel Heimat

Schüssel Schlüssel Heimat

Heimat: Frau sophie las

Heimat

Heimat II


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Eine Lesung Buntes
Schmalz & Marmelade zu Gast im Café Kunterbunt, Sa., 18.11., 20.00 Uhr

Heimat im Theater? Fußball in Ost und West? Die Qual der Wahl welche Texte aus den bisherigen Lesungen an diesem bunten Leseabend präsentiert werden, nimmt dem Lesekollektiv niemand ab. Die bisherigen Themen der Sonntagslesungen werden neu gemischt, gesiebt, gefiltert und ergänzt.

In gewohnt plauderhafter Manier präsentiert Schmalz & Marmelade Verlesenes und Unerhörtes. Die Gelegenheit für alle, die einen Sonntag verpasst haben, Schmalz & Marmelade kennenlernen möchten oder nicht mehr bis zum 10. Dezember warten wollen.

Herr ivalo las zur Heimat

Heimat denken

Unna-Massen

und

Neue Heimat


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Rahmen Handlung Heimat

ivalo.jpg

Die Bilder sind online. Und ein erstes Adventsgedicht hab ich auch schon bekommen. Adventsgedicht? Achja. Der Herr ivalo bat herzlich darum, dass Sie im Stile von” Advent Advent ein Lichtlein brennt” kleine Gedichte verfassen, die wir zur Adventslese vorlesen und prämieren wollen. Na Sie machen das schon. E-Mail an: thom ät schmalzundmarmela punkt de

Heimat: Herr thom* sang und las

Heimat als

Ankunft

Die Legende von der Blumenfrau Bertha Klingberg, die erst die NPD aus dem Landtag jagte und schließlich das Land zu Wohlstand und Reichtum führte


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Wenn eine Lesebühne
zur Heimat wird…

Zum fünften Mal, liebes Publikum, haben wir gemeinsam Schmalz und Marmelade gegessen und ehrlich: Für mich ist dieser Sonntagstreff im Speicher volle Pulle Heimat. Kein schöneres Thema also hätte es geben können für diesen Novembertag.
Wär vielleicht ein wenig selbstreferenziell gewesen, das auf offener Lesebühne auszuschlachten – hier aber darf ich das.

Eine Stadt im Airbus, eine polnische Reise, Massen bei Unna, die Kantinenliebe, Heimatschutz und Wurzel ziehen – Heimat im Sucher der Kamera und gerahmt – ganz Schmalz und Marmelade waren diese zweieinhalb Stunden. Taggs lieferte einen furiosen Einstand. Die Theatergruppe am Goethe-Gymnasium hat in ihrem Stück Schwerin Schwerin so manchen Tritt ans Schienenbein dieser schönen Stadt verpackt. Das Nachtleben, das Airbus-Zulieferwerk, die Beziehungsgeflechte und das Fortgehen-Müssen – bei den Taggs gibt es einiges zu lernen, über junge Menschen und ihren Blick auf Schwerin.

Die erste Leserunde lief gewohnt bunt ab – fünf Menschen, fünf Texte, fünfmal Heimat. Von Herrn ivalos Wortspielerei mit dem Hai und dem Maat über herzzerreißendes Platt-Hochdeutsch-Gemisch von Frau jules, von einer stehengelassenen Heimat bei der Premiere der Frau nadine auf der Lesebank bis hin zu den Wurzeln, die Frau sophie suchte und fand und bewahren will. Verzeihen Sie mir, liebes Publikum, liebe Leser, den Hang zur Aufzählung in diesem Text – ich möchte einfach nichts unerwähnt lassen.

Jutta Schlott setzte bewusst und motivreich einen Gegenpol. Sie erzählte von der Reise eines deutschen Ehepaares in die heute polnische Heimat der Eltern und davon, wie ein elfjähriges Mädchen noch einmal eine Großmutter findet. Der polnische Schweißer, der zurück ist aus dem Arbeitsland Deutschland, findet die Heimat nicht, nicht die innere jedenfalls, und trinkt – das Ehepaar findet ein Haus und vielleicht auch Ruhe vor der Bürde der vergangenen Generation.

Schmalz und Marmelade hatte diesmal viel vor und beanspruchte entsprechend viel Zeit – das war in der Tat ein kleiner Marathon für Sie, liebes Publikum. Doch auch wer sich früher wieder aufmachte in die Novembersonne schien mir nicht unzufrieden. Ich hoffe das jedenfalls.

Im dritten, dem kürzesten Leseblock, tauchten auch Software, Internet und Rechner als Heimat auf. Herr ivalo erzählte, wie es ist, heimzukehren mit einem anderen Blick, Frau jules schickte eine Kantinenliebe auf große Fahrt, Frau nadine behauptete, keine Heimat zu haben und ich ließ Bertha Klingberg die Welt retten…

Jetzt, knapp zwei Stunden nachdem Andy die Stühle zusammen geräumt hat, ist mir noch sehr heimatlich zu Mute. Seit dreieinhalb Jahren bin ich wieder hier und nun ist mein “schwinging Schwerin” (geklaut vom Kutter) Zuhause und mehr als das – der Ort, an dem die Freunde sind.

Bilder folgen heute abend sind online…

Vergessene Heimat

Verdammt. Jetzt haben wir für Sonntag (Sie wissen schon, 12. November, ab 11.30 Uhr, Speicher) doch glatt die Experten schlechthin vergessen: die Leute vom Landesheimatverband M-V.

Nicht, dass die noch ein Copyright auf Heimat haben…


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