Ostrost und Westreste:
Herr thom* sang
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Schwippbogenschmuggler
Ref.:
Im Hochsommer keuchte der Trabbi nach Annaberg-Buchholz
mein Vater war Schwippbogenschmuggler und ich musste mit
zu den Schwippbogenschnitzern, die Könige waren, damals
im Land von Jens Weißflog, Heinz Quermann und Goldkaty Witt
Ich war dämlich als Kind und allen war klar, dass es schwer wird mit mir
ich war hässlich und vorlaut, gerissen und überaus frech
doch den Sohn eines Schwippbogenschmugglers setzt man nicht vor die Tür
wenn die Schwippbögen knapp sind, gilt immer: Gnade vor Recht
Ich war linkisch mit sechzehn und Mädchen mir fern wie der Westen
die kicherten, kieksten und redeten ausschließlich Blech
doch die Mädchen umschwärmten mich dennoch als einen der Besten
wenn die Schwippbögen knapp sind, gilt immer: Gnade vor Recht
Als die Mauer dann fiel und der Schwippbogenschmuggel fiel mit ihr
ging mein Vater zum Wachschutz nach drüben und fühlte sich schlecht
er sehnt sich auch heut noch nach schwippbogenlosen Geschäften
wenn die Schwippbögen knapp sind, so sagt er, gilt Gnade vor Recht
Flensburg zu nass
Flensburg zu nass, München zu schick und Köln zu vergnügt
westlich der Elbe – kein Ort, der mein Herz berührt
Nürnberg zu süß, Essen zu satt und Mainz zu beliebt
Es gibt keinen Weg, der mich in Westen führt
Dort ist alles nur Fassade, alles glatt und blank und schön
Und in Mölln die Marmelade hat noch keine Frucht gesehen
Dort sind alle unverbindlich und an Äußrem interessiert
und ganz ungemein empfindlich wenn man an der Kruste rührt
Bonn zu betulich, Stuttgart zu reich, Münster zu schlau
überall Schwarze und Polen und Türken und Thais
Freiburg zu warm, Frankfurt zu laut, Hamburg zu blau
Im Osten der Bürger ist gradlinig, ehrlich und weiß
Weiß im allerbesten Sinne – wie die Unschuld, wie Papier
Klar wie eine Opernstimme, ehrlich wie ein Lübzer Bier
zart wie Broiler, hart wie Stahl aus Eisenhüttenstädter Guss
wie ein Pfeiler so beständig und so zärtlich wie ein Kuss
So ist niemand da in Wolfsburg, Kassel, Husum oder Plön
so ist man vielleicht im Ostharz, doch gewiss nicht in der Rhön
meinetwegen könnt die Mauer wieder in der Gegend stehen
in diesen kalten Westen würd ich eh nicht gehen.
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8. Oktober 2006 um 23:42
Schön Herr Thom*. Ich sitz hier zu Hause höre mir die mp3´s an und erlebe Schmalz und Marmelade nochmal… echt klasse! Danke!
9. Oktober 2006 um 00:04
aber gerne doch…
28. Februar 2007 um 10:31
im Land von Jens Weiß flog Heinz quer, Mann, auf Goldkati Witt?
28. Februar 2007 um 23:51
Aua
23. Februar 2008 um 15:48
[...] Es ist soweit, Schmalz und Marmelade schaut über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus. Und zwar so richtig. Zwar sagte Herr thom* einmal, “in diesen kalten Westen würd’ ich eh nicht gehn!” Das zweite Lied von oben. Aber da man auch im kalten Osten warme Westen trägt, und ich ordentlich “Bitte!” gesagt habe, hat er es sich anders überlegt. [...]