Frau Sophie las:
Das Wählerwerben
Alle vier Jahre…naja, das übliche Geplänkel.
Ob ab 18 oder 16 oder gar nicht; ob lieber die Grünen die Roten oder die Braunen-war eh schon vorher klar, oder? Ja, oder?
War es das nicht? Gibt es da draußen noch Menschen, die sich genau überlegen, welcher Partei sie diesmal ihre bürgerliche Stimme schenken? Den Plakatmassen nach zu urteilen, scheinen wir uns alle noch nicht entschieden zu haben. Und wie könnte man besser darauf aufmerksam machen, dass die Laternen noch sonst zu was taugen, außer vom örtlichen Stromversorger jene hübsche, rote Plakette angeklebt zu bekommen?
Übrigens: parkt ihr Fahrzeug unter einer solchen Laterne, schalten sie doch bitte ihr Standlicht ein- sie leuchtet nämlich nicht sehr lange. Aber das nur nebenbei.
Ist ihnen schon aufgefallen, dass die Plakatformationen in der Ludwigsluster Chaussee eindeutig erkennen lassen, welche Parteiwerbemänner zuerst da waren? Ich glaube ja immernoch, dass Partei 1 Partei 2 auf der Hälfte überholt haben muss, da die Plakate zuerst an erster und später an zweiter Stelle montiert sind. Zur NPD kann man eigentlich nur gehen, um zu fregen, woher sie diese hohen Leitern haben.
Ich habe auch mal zugeschaut, als diese Menschlein so eine Sperrholzplatte (die armen Wälder) an einen Mast gegurtet haben. Ein wahres Spektakel! Obwohl man sich ja auch fragt, wie sie das wieder abbekommen…stehen dann alle Werbefuzzies missmutig unter der Straßenlampe und würfeln, wer zuerst hoch darf?
Die NPD-ler frei nach dem Motto “die Letzten werden die Ersten sein” worauf hin die PDS-ler rot sehen?
Auf jeden Fall wird man immer so höflich angelächelt von den da oben. Das ist freundlich…da denke ich immer bei mir “Schade, dass ich euch nicht alle wählen darf”.
Man möchte ja schließlich gerecht bleiben, nicht wahr? Und genau deshalb frage ich mich auch, was das Werbeplakat unserer Kanzlerin auf dem Ziegenmarkt zu suchen hat. Ich meine, vielleicht irre ich mich, aber ich bin der Meinung, dass unsere schöne Schelfstadt zur “Innenstadt” zählt und somit plakatfreie Zone sein sollte. Das ist Tradition!
Andererseits ist es angenehm, dass Frau Merkel diese Volksnähe auch vermittelt, wenn ich abends aus dem Freischütz taumle. Sie hat etwas mütterliches, etwas vertrautes; da empfindet man es fast als ungerecht, wenn Hundi gegen ihr Ohr pinkelt, nur weil die Wärbemänner Frau Merkel nicht weiter oben aufhängen konnten. Ich glaube, dass die Laternenmasten in der Stadt gar nicht geeignet sind, um Menschen zu manipulieren…das nimmt ja keiner ernst.
(Aufgeklärt: Fr. Merkel war nur auf dem Ziegenmarkt, weil sie Werbung für ihren Auftritt auf dem Markt machen musste)


11. September 2006 um 17:27
Herzlich Willkommen im Club der Online-RedakteurInnen, Frau Sophie!
14. September 2006 um 11:57
oh, ja, danke; die anderen Texte kommen noch…hab den Dreh noch nicht ganz raus, aber mach mich jetzt an die Arbeit…
7. November 2009 um 00:45
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