Herr Ivalo las

Alltägliches Theater: Meine Zeit mit Heike und Hubert

und:

Das Theater

Guten Tag meine Damen und Herren, heute möchte ich Ihnen gern über das Theater erzählen. Das The-a-ter!

Nun, Was passiert denn in so einem Theater? Da kommen Menschen zusammen, die schauspielen, sie schau-spielen. Doch sind es nicht in Wirklichkeit die einen die spielen und die anderen die schauen? So gesehen ist das Theater ein Spielplatz mit Zuschauern. Im Theater spielen die einen oben, die Zuschauer sitzen unten und spenden Beifall, auf dem Spielplatz spielen die Kleinen und die Zuschauer sitzen drumherum und spendieren Obststückchen.
Applaus wie Apfelviertel?

Doch was heißt schon Wirklichkeit im Theater? Da stehen Bäume auf der Bühne. Da regnet es. Ein Haus, ein Mond, eine Tür. Staffage! Menschen tun so, als ob sie sterben, als ob sie einander lieben. Die Welt im Theater kommt nur im Als-Ob-Zustand vor. „Als ob“, lateinisch quasi, somit gerät die Wirklichkeit auf der Bühne in einen Quasi-Modus!
Dem Zuschauenden dargereicht, gleichzeitig von ihm verlangt, zu abstrahieren, und auf die wahre Welt zu schließen.
Dieser Schluss wahrlich gelingt nur durch die emotionale Berührtheit der Schauenden durch die Spielenden. Der emotionale Affekt garantiert den Erfolg des Theaters! Das wahre Theaterpublikum muss also affektiert sein! Interessant.
Die Abstraktionsleistung des Zuschauers kann zudem nur als ein Akt der Einbildung verstanden werden! Das Theater? Ort der Einbildung! Ein Ort der Bildung wurde daraus, welch klassisches Missverständnis!

Man sagt ja gern, das Theater, genauer die Bühne bestehe aus „Brettern, die die Welt bedeuten“. Doch ich frage: wie können ein paar Bretter so bedeutsam sein, wie die ganze Welt? Das halte ich für haltloses Geschwätz pubertärer Regenwaldschützer, die wegen ein bisschen Holz die Welt aus den Fugen geraten sehen!

Noch zu kurz gekommen in unserem kleinen Diskurs: das Publikum, der Zuschauer, der Konsument, Verzehrer der Theaterkost, Genießer!
Konsum, lateinisch: con=mit, der Kon-sum-ment also der Mitsummende?
Sum wiederum heißt: „ich bin“, der Mitseiende im Sinne von der Mitgebrachte? Möglicherweise ein Doppelabo? Oder: „der mit gemeint Seiende“? Alle sind gemeint, ich auch!?
Haben Sie im Theater schon mal neben einem Mitsummer gesessen? Mitklatscher gibt es ja viele, aber neben einem Mitsummer will man wirklich nicht sitzen! Da freut man sich, dass es im Publikum nicht so viele Konsumenten, sondern mehr stille Genießer gibt.

Vielen Dank.


 
 
 

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