Herr jati las

Top 5: Woran merkst Du, dass Du zu selten ins Theater gehst?

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Theatertypen


Top 5: Woran merkst Du, dass Du zu selten ins Theater gehst?

5: Du wunderst dich, warum keine Werbung zu Klingeltönen oder zu Infos per Faxabruf unten durchs Bild läuft.

4: Du findest das Bild erstaunlich groß und scharf, aber der Sound ist zu Hause viel besser.

3: Du beschwerst dich lauthals beim Sitznachbarn, dass die Kameraführung ja wohl das Letzte sei.

2: Alle gucken böse, nur weil du mal schnell ein Bier holen und auf Klo willst.

1: Du stellst fest, dass du nicht umschalten kannst.

Theatertypen

Der Schüler: Der Schüler ist dadurch gekennzeichnet, dass er in der Regel in großen Gruppen auftritt und sehr kommunikativ ist. Der Schüler erforscht intensiv die verschiedenen Sitzpositionen, die die Theaterstühle zulassen und auch nicht zulassen. Der Schüler erheitert sich ausdauernd am Flug der Spuckefäden aus dem Mund des Hauptdarstellers.

Der Abiturient: Im Gegensatz zum normalen Schüler ist der Abiturient freiwillig im Theater, jedenfalls soweit es innerhalb unserer Gesellschaft überhaupt eine Freiwilligkeit gibt, was der Abiturient wortreich abstreiten kann. Die Kleidung ist second hand, aber schmerzhaft perfekt aufeinander abgestimmt. Vor dem Stück steht der Abiturient mit den anderen Vertretern seiner Art in einem kleinen Kreis zusammen und diskutiert Lösungen für den Nahost-Konflikt.

Der Kritiker: Der Kritiker ist gut zu erkennen an seinem wissenden bis gelangweilten Blick und seinem spitzen Bleistift samt Notizblock. Zudem schüttelt er auffallend oft seinen Kopf und beschäftigt sich demonstrativ während eines dramaturgischen Höhepunkts auf der Bühne mit dem Inhalt seiner Sakkotaschen.

Der eigentliche Kritiker: Im Gegensatz zum Kritiker ist der eigentliche Kritiker derjenige, der hinterher wirklich etwas über das Stück schreibt. Er ist in all den Jahren seiner Arbeit eins mit dem Theater geworden und daher praktisch unsichtbar. Weder von seinem Kommen, noch von seiner Anwesenheit, noch von seinem Gehen nimmt jemand Notiz – natürlich abgesehen vom Regisseur und den Schauspielern. Die versuchen verzweifelt, wenigstens diesmal an seiner Mine den Tenor seines Textes zu erahnen.

Der Amateur: Der Amateur ist heute das erste Mal im Theater. Er fällt auf, weil er sich vor allem mit der Architektur des Entrée des Gebäudes auseinandersetzt und mit spöttischem Blick auf die Abiturienten zeigt. Der Amateur ist kurz vor Beginn der Vorstellung im dritten Rang links und wird von der Theaterangestellten freundlich darauf hingewiesen, dass seine Karten für den vierten Rang rechts sind. Zudem dürfen die Taschen nicht in den Saal mitgenommen werden.

Der Fortgeschrittene: Der Fortgeschrittene kennt sich bestens aus und ist in den eigenen Augen der eigentliche Profi (s.u.). Der Fortgeschrittene legt sofort seine überzählige Kleidung ab, holt sich einen Rotwein und kauft das Programmheft. Ab diesem Zeitpunkt wird in zentraler Lage im Eingangsbereich des Theaters über das Kommende diskutiert, vorzugsweise mit Amateuren.

Der Profi: Der Profi braucht kein Programmheft, weil er das Stück sowieso bereits mehrere Male an verschiedenen Theatern der Welt gesehen hat. Rotwein hat er zu Hause getrunken oder heimlich ein Bier. Diskutiert wird gar nicht, stattdessen reichen wissende Blicke und kurze ellipsenhafte Verweise auf frühere, ähnliche Theatererlebnisse.

Der Rentner: Der Rentner trinkt und kauft nichts, beschwert sich dafür über den schon wieder gestiegenen Preis seiner verbilligten Eintrittskarte. Tritt er in großen Gruppen auf, gehört er zur Untergruppe der “Rentner von außerhalb”, Stichwort: Seniorenbelustigung. Ist der Rentner von jüngeren umgeben, hat ihn seine Familie ins Theater verschleppt, meist in der irrigen Annahme, Opa oder Oma kenne das ja noch von früher und freue sich bestimmt. Im Grunde ist der Rentner froh, wenn er wieder in Puschen vor dem Fernseher sitzen darf und ihn die ganze Bagage wieder in Ruhe gelassen hat.


 
 
 

Ein Kommentar zu “Herr jati las”

  1. Projekt 2dreiviertel: Jogginggedanken, Fit mit VMD - schwerin-schwerin.de
    25. März 2008 um 10:01

    [...] “Mist eigentlich, wenn ich später immer blogge, über das Joggen, dann bekommt man ja nur eine total gefilterte Version der Erlebnisse mit, ich müsste vielmehr bloggen, was ich beim Joggen selber so denke und erlebe und wie die Welt aussieht und wie ich die Welt und mich wahrnehme, Gefühle und so, authentisch, ja, aber, was denke ich eigentlich beim Joggen? Weiß es gar nicht, muss mal drauf achten, ist so flüchtig, ich denke ja mehr als, boa bin ich schnell oder läuft gerade gut oder Mann! heute ist es aber wieder schwer. Oder Mist, so ein blöder Ohrwurm. Mist, viel zu warm angezogen, nur weil ich mich nicht zu kalt anziehen wollte, weil es schneit, zu warm ist fast blöder, als zu kalt, weil die Wärme sich dann im Kopf sammelt und bei Tempo bekommt man dann gleich soo einen Schädel, dann lieber was frieren. Aber was denke ich nun? Ich sollte mal live beim Joggen Podcasten. Dann kann ich direkt die Gedanken aufnehmen. Hi, hi, so ein ordentlicher 90 Minuten Podcast, Stapf, stapf, keuch, keuch, …, ach, ne, die ganze Zeit das Aufnahmeteil halten, ne, …, eigentlich könnte ja mal TV19+ über mein tolles Projekt berichten, ja, das wärs, schöne Bilder von spritzendem Schlamm, einige gekeuchte Worte, aber die können ja nicht dauernd über mich berichten, haben doch schon so schön über unseren Wortlichter Speicherauftritt berichtet. Aber ich habe immerhin die Idee mit dem Hütchenspieler in der Altpapiertonne gehabt, die dann im Bericht vorkam! Aber sie haben dann auch wieder über die Impro-Krabbelgruppe berichtet, mit ABC-Reportage und Werbeankündigung. Aber Joggen hatten die wohl noch nicht. Eigentlich sollte gleich das Nordmagazin berichten! Über solche Heldentaten, wie Joggen im wilden Schneetreiben. Also, denk vor allem an was schönes! Motivation durch Autosuggestion! Ich bin gut drauf! Es läuft und flutscht! Tempo kommt von selbst! Klappt sowas? Puh, da ist der Fisch wieder, Fisch ist blöd vorm Joggen zu essen. Zu wenig getrunken. Und der Kaffee schmeckt auch nochmal, lecker! Haut ab Enten! Hm. … Ich hab ja eigentlich auch Zeit über schöne kreative Dinge nachzudenken. Ich muss ja beim Joggen nicht immer über das Joggen nachdenken. Komisch, beim Radfahren denke ich doch auch über das Radfharen nach, häufig zumindest. Das ist wohl der naheliegende Assoziationszusammenhang. Jetzt denkst Du aber Mist! Jetzt sprichst Du schon mit Dir selbst! Hallo Outbreak! Ich glaube, das blogge ich mal alles. Bloggen ist überhaupt prima. Das setzt fixe Ankerpunkte in einer flüchtigen Zeit. Ach, wieder dieses pessimistische Verfalls-Gedusel-der-Online-Zeit! Hm, kreativ. Ich erfinde jetzt mal mein Joggingregelwerk, aber lustig, nicht bierernst, so essayistisch, ist das essayistisch, was ich meine? Hätte die Jati-Journalistenschule besser lesen sollen, lese ich dann nochmal. Aber so, wie Jati über Theaterbesucher schreibt, so schreibe ich meine Joggingregeln auf, mit ein paar schönen Schlagwörtern verziert, hi, hi. Aber es soll auch ernsthaft sein, also echte Regeln und Tipps enthalten, nicht nur Dünnsinn. Schlagworte? Motivation gehört rein, Planung auch, und die richtige Einstellung, das wird mein MPE-Plan fürs Joggen. Das war jetzt quatsch. Planung? Timing? Zeiting? Ha-ha. Vorbereitung? Vorbereitung! Motivation! Demut! Demut klingt besser als Einstellung. VMD-Methode zum Joggen. Fit mit Ivalo: [...]

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